Fernglas für die Forscherin

Achtjährige Leimbacherin gewinnt Naturtagebuchwettbewerb

Tolle Leistung: Helena Möller aus Leimbach hat mit ihrem Naturtagebuch den BUND-Naturjugendpreis in ihrer Altersklasse gewonnen. Foto: Reymond

Leimbach. Jede freie Minute verbrachte Helena Möller aus Leimbach im vergangenen Jahr von Mai bis September in dem ökologische Feuchtgebiet Rohrlache.

Das erstreckt sich direkt hinter Helenas Elternhaus zwischen den Heringer Stadtteilen Widdershausen und Leimbach. Und daher hat Helena auch heute noch auf der Fensterbank vor dem Küchenfenster ein altes Fernglas ihres Großvaters stehen, um immer ganz nah dabei zu sein, wenn sich jetzt in der kalten Jahreszeit auf den Wiesen in der Rohrlache etwas bewegt.

Ihre täglichen Entdeckungen aus dem Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres hat Helena in einem Naturtagebuch niedergeschrieben. Ergänzt wurden die Texte mit Fotos, die ihre Mutter Susanne schoss oder mit eigenen Zeichnungen. Aber auch getrocknete Pflanzen und Halme zieren das interessante Werk der Achtjährigen.

Bei der Spurensuche im Freien wurde Helena immer von ihrer Mutter und ihrem einjährigen Bruder Kilian begleitet. „Das hat wunderbar gepasst. Der Kleine ist in den Kinderwagen gekommen und dann sind wir gemeinsam durch die Rohrlache spaziert und haben nach allem Ausschau gehalten, was dort kreucht und fleucht“, berichtet Susanne.

Entstanden ist dabei mehr als nur ein Nachschlagwerk. So erzählt Helena die Geschichte einer Storchenfamilie, die auf einem Horst bei Widdershausen drei Kinder großgezogen hat.

Die Störche mit ihren langen roten Beinen waren für Helena keine Unbekannten. Bei anderen Tieren und Pflanzen musste sie hin und wieder in schlauen Büchern nachsehen, um die exakte Bezeichnung herauszufinden. „Einmal haben wir ein Foto von einem kleinen Raubvogel gemacht und gedacht, es wäre ein Neuntöter. Dann haben wir aber gesehen, dass es ein Raubwürger war“, erinnert sich Helena.

Und wenn mal eine getrocknete Pflanze toll ausschaute, aber nicht genau zugeordnet werden konnte, dann kam sie halt ohne Beschreibung in das kleine Büchlein über die Rohrlache. Selbst ein Daumenkino zur Löwenzahn-Pusteblume ist in Helenas Album enthalten.

Fotos von Rehen, Hasen, Wildgänsen, dem Rotmilan und gar einer Lachmöwe runden das Naturtagebuch ab.

Manfred Mistkäfer: Das Maskottchen des BUND-Naturtagebuchwettbewerbs.

Mit ihrem Büchlein nahm Helena im Oktober am Wettbewerb Naturtagebuch der BUNDJugend hessen- und deutschlandweit teil – mit riesigem Erfolg. Mit dem Nachschlagewerk überzeugte sie sowohl die Jury auf Landes-, als auch auf Bundesebene und landete in ihrer Altersstufe zweimal ganz vorne.

Bei der Siegerehrung in Wettenberg-Wißmar gab es neben zwei Urkunden auch ein Fernglas für die junge Naturforscherin. Das wird ihr in Zukunft dabei helfen, interessante Entdeckungen im Grünen vor der eigenen Haustüre zu machen. So wie das Teleskop, das der Weihnachtsmann an Heiligabend vorbeigebracht hat.

Denn auch in diesem Jahr möchte Helena an dem Wettbewerb der BUND-Jugend mit einem neuen Naturtagebuch teilnehmen. Thema sind diesmal Wildblumen. „Die Saat dafür steht schon im Schrank und der Oma Elfriede haben wir dafür auch schon ein Stück Garten abgeschwatzt“, teilt Mama Susanne mit. Allerdings möchte Helena neben den Wildblumen noch die Störche mit aufnehmen. „Nur die Wildblumen alleine, das wäre mit zu wenig.“ Jetzt müssen im Frühling nur noch die Störche in die Rohrlache kommen und die Blumen blühen.  

Mehr lesen Sie am Dienstag in der gedruckten Hersfelder Zeitung.

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