Die besten Nachwuchsvorleser des Landkreises wurden gestern gekürt

Wie Fernsehen im Kopf

So sehen Sieger aus: Niklas Herbig (links) von der Geistalschule und Marcel Ludolph von der Heinrich-Auel-Schule überzeugten die Jury. Niklas darf nun am Bezirksentscheid teilnehmen. Foto: Becker

Bad Hersfeld. Ein wenig aufgeregt ist Niklas Herbig schon, als er die große Bühne der Konrad-Duden-Schule betritt. Schließlich sitzen dem Schüler nicht nur 13 der besten Vorleser des Kreises gegenüber, sondern auch eine sechsköpfige Jury, die sich gleich jede Menge Notizen machen und am Ende den Sieger des Vorlesewettbewerbs küren wird.

Niklas hat sich für ein Buch entschieden, welches schon seine Mutter vor 20 Jahren gelesen hat: „Eigentlich hätte es ein herrlicher Sommertag werden können“ von Wilson Rawls. Auch einige andere Teilnehmer haben echte Klassiker mitgebracht: Jan Frederik Saure liest aus James Krüss’ „Tim Thaler“ vor, Noah Maireles Fuentes hat „Krabat“ von Otfried Preußler dabei.

Carolin Schwab wundert das nicht. „Lesen ist wieder angesagt bei Jugendlichen,“ meint die Mitarbeiterin der Hoehlschen Buchhandlung, die auf Initiative des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hin den Kreisentscheid im Rahmen des 52. bundesweiten Vorlesewettbewerbes organisierte. Dieser soll Kinder dazu motivieren, sich aktiv mit erzählender Literatur auseinanderzusetzen. Das kommt auch bei den anwesenden Lehrern gut an:

„Lesen ist eine zentrale Kulturtechnik und fördert die Fantasie“, erklärt Andrea Baaske, Deutschlehrerin der Werratalschule in Heringen. „Ein gutes Buch zu lesen ist wie Fernsehen im Kopf.“ Daher erachte sie es auch für besonders wichtig, dass Eltern ihren Kindern vorlesen. Oftmals wirke sich eine abendliche Lesestunde sogar positiv auf die schulischen Leistungen im Deutschunterricht aus.

Auch Niklas Herbig bekam als Kind viel vorgelesen, doch daran denkt er im Moment nicht: Schließlich hat er jetzt nur wenige Minuten Zeit, die Jury von seinen Vorlesekünsten zu überzeugen.

Mächtig ins Zeug legen

Deshalb legt er sich auch ganz besonders ins Zeug, imitiert Stimmen, liest mal laut, mal leise und macht an genau den richtigen Stellen Pausen. Doch auch die anderen Teilnehmer sind mit Feuereifer dabei und ziehen das Publikum mit Geschichten über Freundschaft und Liebe, aber auch über Mord und Totschlag in ihren Bann.

Jamel Mettbach und Marcel Ludolph gehen für eine Förderschule ins Rennen. Für den Sieger dieser Gruppe ist nach dem Kreisentscheid jedoch Schluss: Für eine Veranstaltung auf Bezirksebene fehlt es an Teilnehmern. Carolin Schwab will sich jedoch in Zukunft dafür einsetzen, dass auch diese Kinder die Möglichkeit bekommen, ihr Können einem größeren Publikum zu präsentieren.

Nachdem alle Kinder als zusätzliche Herausforderung einen ihnen unbekannten Text vorgelesen hatten, war es so weit: Die Jury kürte Niklas Helbig und Marcel Ludolph zu den Siegern des Wettbewerbs.

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