Viele Traditionen: Sabine Kropf-Brandau feiert mit Familie

Zum Fest gut organisiert: Weihnachten bei Bad Hersfelder Pröpstin

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Sterne für den Baum: Bei der Familie Kropf-Brandau wird der Weihnachtsbaum spätabends am 23. Dezember geschmückt. Die Pröpstin hilft aber auch, den großen Baum in der Bad Hersfelder Stadtkirche zu schmücken (unser Bild) und das Gemeindehaus für die Weihnachtsfamilie an Heiligabend zu dekorieren – ein Angebot an alle, die Weihnachten nicht alleine feiern wollen.

Bad Hersfeld. Weihnachtsstress kennt Pröpstin Sabine Kropf-Brandau nicht. Und das, obwohl ihr Terminkalender in den Wochen vor dem Fest dicht gefüllt ist, vier Gottesdienste anstehen und die erwachsenen Kinder an Weihnachten nach Hause kommen. „Das ist alles eine Frage der Organisation“, sagt Kropf-Brandau.

„Das ist alles eine Frage der Organisation“, sagt Kropf-Brandau. „Das einzige, was mich unter Stress setzt, ist die Frage, ob die Technik fürs Krippenspiel funktioniert.“ Das tut sie nicht immer.

Gottesdienst feiern

Die Weihnachtspredigten haben sie und ihr Mann Robert schon lange vorher fertig. Kropf-Brandau hält den Krippenspielgottesdienst an Heiligabend in der Stadtkirche, zwei Gottesdienste am ersten Weihnachtstag in Biedebach und Reilos und einen Taufgottesdienst am zweiten Weihnachtstag. Ihr Mann wirkt im Krippenspiel mit und hat an den Feiertagen ebenfalls drei, möglicherweise sogar vier Gottesdienste zu halten. „Wir würden etwas vermissen, wenn wir an Weihnachten keine Gottesdienste feiern würden“, sagt Sabine Kropf-Brandau. „Das macht Spaß, da sind die Kirchen voll und gerade auf den Dörfern besonders liebevoll geschmückt.“ Außerdem ist es ihr ein Anliegen, die Weihnachtsbotschaft „Fürchtet Euch nicht“ zu verkünden – gerade in diesem sehr von Terror geprägten Jahr.

Festessen kochen

Nach dem Krippenspielgottesdienst besucht die Familie dann um 18 Uhr gemeinsam die Christvesper. Währenddessen schmort zuhause im Ofen ein Salzbraten. „Den kann ich gut vorbereiten. Da habe ich hinterher wenig Arbeit“, sagt Kropf-Brandau. Dazu gibt es Rucola-Salat mit Pinienkernen und Parmesan und eine Käseplatte. Nach dem Essen ist Bescherung.

Baum schmücken

Den Weihnachtsbaum, auch das ist Tradition in der Familie Kropf-Brandau, schmücken die Eltern spätabends am 23. Dezember – ganz klassisch mit Kugeln, Holzschmuck und viel Selbstgebasteltem von den Kindern. Danach wird das Weihnachtszimmer verschlossen und erst zur Bescherung wieder geöffnet, nachdem das Glöckchen geklingelt hat. Das ist auch in diesem Jahr so, obwohl die Kinder alle erwachsen und aus dem Haus sind. „Früher haben wir den Kindern erzählt, dass die Engel den Baum schmücken, weil die Eltern ja Gottesdienst halten“, erinnert sich Kropf-Brandau. Und natürlich haben auch die Kinder ihre Aufgaben. Sohn Joram zum Beispiel ist für den Aufbau der Krippe zuständig.

Traditionen pflegen

Bei aller Liebe zur Tradition, gibt es auch Dinge, die sich ändern, einfach weil die Kinder größer werden. „Früher haben wir immer am ersten Adventswochenende gemeinsam Plätzchen gebacken. In diesem Jahr hatten die Mädchen (Lea absolviert als angehende Ärztin ihr praktisches Jahr in München, Anna studiert Jura in Heidelberg) keine Zeit,“ erzählt Kropf-Brandau. Also backte sie alleine mit Joram, der ebenfalls Jura studiert, allerdings in Münster. Sie habe auch kurz überlegt, ob sie in dieser ersten Adventszeit ohne Kinder das Haus schmücken sollte, es dann aber für sich und ihren Mann trotzdem getan.

Nach den Gottesdiensten am 25. Dezember trifft sich die ganze Familie zur Weihnachtsgans bei der Oma. „Da kommen auch meine Geschwister und die Neffen und wir sind 14 Personen am Tisch. Das ist eine ganz wichtige Tradition für uns alle“, erzählt die Pröpstin.

An andere denken

Bei all ihrer eigenen Freude an Weihnachten ist Sabine Kropf-Brandau aber auch sehr bewusst, dass die Feiertage für viele Menschen eine wirklich schlimme Zeit sind, weil sie um geliebte Angehörige trauern oder unter Einsamkeit leiden. „Für sie nehme ich mir viel Zeit im persönlichen Gebet“, sagt die Pröpstin und hofft, dass gerade diese Menschen die Botschaft hören: „Fürchtet Euch nicht!“

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