Kerstin Schulz, Leiterin der Tourist-Information, über Rotenburgs Vermarktung

Feste ziehen Gäste an

Seit einem Jahr leitet sie die Tourist-Information in Rotenburg: Kerstin Schulz liebt die Fachwerkstadt und ihre kleinen Schätze – wie die Bronzefiguren, die in der Stadt verteilt sind und an vergangene Zeiten erinnern. Diese fressende Ziege steht an der Stadtmauer. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Seit einem Jahr leitet Kerstin Schulz die Tourist-Information in Rotenburg, die bis vor wenigen Wochen unter Kultur- und Verkehrsamt firmierte. Mit ihrem Team von vier Mitarbeiterinnen ist sie zuständig für Werbung und Vermarktung der Stadt im touristischen Bereich, organisiert aber auch Veranstaltungen für die Rotenburger selbst sowie deren Gäste. Wir sprachen mit der 47-jährigen gebürtigen Potsdamerin.

Frau Schulz, ich bin Rotenburgerin. Was machen Sie für mich?

Kerstin Schulz: Für die Rotenburger haben wir den Veranstaltungskalender als Serviceleistung. Dort und auf unserer Homepage finden sie jede Menge Freizeitangebote. Wir empfehlen natürlich auch unsere kostenlosen Stadtführungen, die an jedem 1. und 3. Freitag im Monat angeboten werden. Sie eröffnen Einwohnern einen ganz neuen Blick auf ihre Stadt. Und dann bieten wir natürlich Veranstaltungen an. Unsere geführten Pilzwanderungen im Herbst zum Beispiel waren der absolute Renner. Als Nächstes haben wir eine Autorenlesung im Programm.

Warum sollen überhaupt Gäste nach Rotenburg kommen?

Schulz: Rotenburg ist eine wunderschöne Fachwerkstadt. Sie ist ideal für Aktivurlaub. Hier kann man radeln, wandern und Kanu fahren. Ruhe kann man aber auch finden.

Wer besucht denn Rotenburg?

Schulz: Seit vielen Jahren sind es unter anderen Wohnmobilisten. Inzwischen haben wir fast genauso viele Radfahrer hier. Der Fuldaradweg R1 wird immer beliebter. Jetzt wollen wir noch daran arbeiten, ihn an der Strecke attraktiver zu gestalten.

Was brauchen Radler in Rotenburg?

Schulz: Die wollen meist einfache Zimmer mit Bad und eine Unterstellmöglichkeit für ihr Fahrrad – aber ungern an einem Berg. Wenn sie hier landen, sind sie müde. Und dann möchten sie schön essen gehen.

Und das funktioniert alles reibungslos?

Schulz: Manchmal geraten wir schon an unsere Grenzen. Radfahrer melden sich meistens nicht an. Die kommen und möchten untergebracht werden. Hotelzimmer sind vielen zu teuer. Dann müssen wir schnell handeln und Vermieter abtelefonieren. Essen gehen ist dagegen in Rotenburg nur montags ein Problem. Da haben viele Restaurants geschlossen. Ich versuche, eine Lösung in Absprache mit den Wirten zu finden. Vielleicht könnte man in der Saison reihum montags öffnen.

Die Wohnmobilisten haben ihr Bett dabei. Was können Sie für diese zahlungskräftige Gruppe tun?

Schulz: Sie kommen besonders gern zu unseren Festen. Strandfest, Maifest, Kartoffelfest und natürlich den Weihnachtsmarkt besuchen die meisten regelmäßig. Die Gemeinschaft der Straßenfüchse zum Beispiel hat ihr eigenes Wappen, das sie auch bei der Wappenparade zum Strandfest aufhängt. Für diese Gruppen organisieren wir aber auch eigene Veranstaltungen, zum Beispiel an Silvester. Aber – das muss man auch sagen: Die Besucherzahlen nehmen in diesem Bereich ab. Es gibt ja mittlerweile deutschlandweit 2000 Wohnmobilistenplätze. Anfang der 90er-Jahre waren wir fast allein auf weiter Flur.

Sind Sie mit den Übernachtungszahlen trotzdem zufrieden?

Schulz: Wir hatten im vergangenen Jahr über 280 000 Übernachtungen. Die Zahlen sind schon sehr gut. Aber wir können auch noch etwas tun, um die Infrastruktur zu verbessern. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen könnten wir noch viel mehr bewirken für die Gäste, aber auch für die Rotenburger selbst. Daran sollten wir gemeinsam arbeiten.

Von Silke Schäfer-Marg

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