Zwei Wiederaufnahmen und zwei neue große Stücke

70. Bad Hersfelder Festspiele mit „finanzieller Punktlandung“

Ein gutes Team, aber leider nicht mehr lange: Intendant Joern Hinkel (Mitte), Geschäftsführerin Andrea Jung und Bürgermeister Thomas Fehling im Kulturausschuss.
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Ein gutes Team, aber leider nicht mehr lange: Intendant Joern Hinkel (Mitte), Geschäftsführerin Andrea Jung und Bürgermeister Thomas Fehling im Kulturausschuss.

Nach den Festspielen ist vor den Festspielen: Nach dem Ende der erfolgreichen Spielzeit 2021 laufen schon die Planungen für das nächste Jahr.

Bad Hersfeld - Das wurde auch bei der Sitzung des Bad Hersfelder Kulturausschusses am Mittwochabend deutlich. Dabei hatte die kaufmännische Geschäftsführerin Andrea Jung vermutlich einen ihren letzten Auftritte in der Stadtpolitik. Sie geht, wie berichtet, ans Staatstheater in Darmstadt. Zuvor will sie aber gemeinsam mit Intendant Joern Hinkel den Haushalt für das kommende Jahr fertigstellen. Dabei stehen die Planungen für die nächste Spielzeit im Mittelpunkt.

„Wir planen mit einer Vollversion der Festspiele“, erklärte Hinkel. Neben der Wiederaufnahme des Erfolgsstücks „Der Club der toten Dichter“ und des Musicals „Goethe“, möchte der Intendant „zwei große neue Stücke“ auf die Bühne stellen. Näheres wird noch nicht verraten. Gleichwohl setzen die Theatermacher auf einen möglichst frühen Vorverkaufsbeginn Anfang November, um das wichtige Weihnachtsgeschäft mitzunehmen. Um bis dahin aber einen Spielplan aufstellen zu können, muss auch der städtische Haushalt stehen und genehmigt sein. Wie in jedem Jahr eine Hängepartie. „Wir brauchen Planungssicherheit“, mahnte Hinkel daher mantra-mäßig die Stadtpolitiker. Dank der äußerst erfolgreichen Spielzeit 2021 haben die Festspiele allerdings beste Voraussetzungen geschaffen.

„Wir haben alles generiert, was machbar war“, sagte Andrea Jung. Von den insgesamt 45 000 nach der Kapazitätserhöhung verfügbaren Karten wurden fast 43 000 verkauft (wir berichteten). Die Corona-Lockerungen seien leider etwas zu spät gekommen, hätten aber für ordentlich Schub gesorgt.

Allein 6000 Corona-Schnelltests – die übrigens alle gesponsert wurden – sind gemacht worden. Weder beim Ensemble noch bei den Besuchern habe es „Corona-Vorfälle“ gegeben, berichteten Jung und Hinkel und dankten den Sponsoren, dem DRK und dem arbeitsmedizinischen Dienst für ihre Unterstützung. „Wir haben eine Menge richtiger Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen“, stellten Hinkel und Jung fest. So habe sich zum Beispiel der Aufbau der großen Tribüne bewährt, weil die zusätzlichen Sitzplätze sofort aufgestellt werden konnten. „Wir werden finanziell ziemlich genau eine Punktlandung machen“, sagte Andrea Jung stolz. Der von ihre prognostizierte Finanzrahmen und das Budget von sechs Millionen Euro werde eingehalten. Genaue Zahlen lägen aber erst zum Jahresende vor.

Angesichts der reduzierten Besucherzahlen und der verkürzten Spielzeit werden die Einnahmen wie erwartet aber nicht alle Ausgaben decken können. Dieses Defizit gegenüber dem Haushaltsansatz entstehe, weil dort mit einer Vollauslastung des Ruinen-Theaters gerechnet wurde. Allerdings verwiesen die Theatermacher auf die Umwegrentabilität der Investitionen von denen die Stadt und die Region durch die Einnahmen von den Besuchern profitieren. Von Hotels, Gaststätten und Einzelhandel seien durchweg positive Reaktionen gekommen, berichteten Jung und Hinkel.

Positive Reaktionen und viel Lob erhielten die Theatermacher auch von den Mitgliedern des Kulturausschusses. „Wir hatten sehr erfolgreiche Festspiele“, sagte der Ausschussvorsitzende Dr. Thomas Handke (SPD). CDU-Fraktionschef Andreas Rey lobte den Mut der Stadtpolitik, die Festspiele trotz Unwägbarkeiten stattfinden zu lassen, und sprach von einem „Gewinn für die ganze Stadt“.

Von Kai A. Struthoff

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