Mehr als 900 Teilnehmer

Festzug zur Weiteröder Kirmes begeisterte Zuschauer an den Straßen

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Fetziges Farbspiel: Die „Trüppel-Vier“ machen als Halloween-Figuren auf dem Weg nach Mexiko eine gute Figur. 

Weiterode. Helga Gliem geborene Holstein ist 76 Jahre alt. Als waschechte Weiteröderin zieht es die in Kassel lebende ältere Dame am Kirmessonntag immer in die Heimat, um beim Kirmesfestzug Lebensfreude einzuatmen.

Prächtiger Kirmesfestzug in Weiterode

Mit Verwandten und Bekannten sitzt sie vor ihrem Vaterhaus auf einer Bank und nimmt den Vorbeimarsch der Festzugteilnehmer ab, die sich schon lange vorher aufgestellt haben. Wie viele es werden, weiß im Vorhinein auch der Festausschuss nicht. Anhand der ausgegebenen Getränkemarken lässt sich im Nachhinein jedoch festzustellen, dass es diesmal weit über 900 sein müssen.

Mit ein paar Minuten Verspätung geht es los. Angeführt von den beiden Kirmespaaren, Vertretern der veranstaltenden Freiwilligen Feuerwehr und der ersten von vier Kapellen, dem Musikzug des TSV Bebra. Bürgermeister Hassl und Ortsvorsteher Nölke sind gut gelaunt, es folgen der mit der Erntekrone geschmückte Leiterwagen der Kirmesgruppe und der Wagen mit dem Kirmeshammel: „Den Hammel fahren wir zehn Jahr’, das wird gefeiert, ist doch klar!“

Als nächstes zeigen sich die Kids des Kindergartens Rappelkiste. Diesmal als kleine Frösche, grasgrün und süß. Dann die Volleyballer, die herbstlich drapierten Schüler der Ulfetal-Schule und die Teens und Twens des Jugendclubs Blechdose. Toll kostümiert kritisieren sie Trump & Co. als Weltuntergangsbeschleuniger. Eine Kleingruppe empfiehlt, Rosen zu verkaufen statt Amok zu laufen - und verschenkt Rosen, solange der Vorrat reicht. Klaus Wittichs Ellis-Saal-Team kommt mit flotten Bunnys und der Radsportverein mit originellen Fahrradfahrern. Es folgen Einhorn- und Halloween-Mädels, die es zum Totentanz nach Mexiko zieht. Die Splittergruppen-Mädels gehen als Vogelscheuchen, die Feuerwehr zeigt, wie man früher Feuer bekämpft hat und wie man heute löscht. Das demonstrieren auch Freunde der Landwirtschaft: „Wer Bier trinkt, hilft der Landwirtschaft!“

Die Bläckberries glänzen mit Riesenlob auf goldige Handtaschen, die Jugendfußballer heben die Fluggesellschaft Ulfetal Air aus der Taufe und die Damenfußballerinnen sehen sich als Gefangene. Ganz anders die echten, als Hähne (oder doch Hennen?) ausstaffierten Fußballjungs: Mit ihren goldgelben Premiumeiern von Häde trotzen sie dem Fipronil-Skandal.

Wetter fanatstisch

Das DRK kritisiert die Schließung der „Kass“, die Bazis von MR8 lassen ihre „schweren“ Kirmesbeine diesmal tragen, und das Kirmesgruppe B-Team vermisst den Schnee in den Alpen. Luther-Jünger schließen sich an, Senkrecht-Starterinnen in herrlichen Apfel- und Zumba-Jüngerinnen in vielfarbigen Einhorn-Kostümen, eine Ananas Fangruppe, Tischtennisspieler, Katerfrühstücker, Zeltzombies, TV-03-Parkscheiben-Verleiherinnen, Milchkrisenbekämpfer, und sogar Jugendliche aus Ronshausen und Bebra sind präsent. Summa summarum ein fantastischer Festzug bei fantastischem Wetter, der Helga Gliem und all den anderen Besuchern zwei Stunden lang Lebensfreude geschenkt hat.

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