Mottospielplatz wird eingerichtet

Feuerwehr Gilfershausen: Mit den Löschminis gegen den Nachwuchsmangel

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Die Löschminis der Freiwilligen Feuerwehr Gilfershausen. 

Gilfershausen. Den hessischen Jugendfeuerwehren fehlt der Nachwuchs – innerhalb von vier Jahren ist ihre Mitgliederzahl von 30 000 auf 25 000 gesunken. In Gilfershausen wurde dieser Trend nun gestoppt.

Die 2016 neu gegründeten Löschminis haben schon dreizehn Mitglieder. „Möglich gemacht haben wir das durch unseren Mottospielplatz – hier lernen die Kinder spielerisch, was man bei der Feuerwehr so macht“, sagt Wehrführer Mike Heckroth.

Um Kinder für die Freiwillige Feuerwehr zu begeistern, sei eine solche Attraktion nötig gewesen. In ganz Deutschland gebe es erst zwei oder drei solcher Feuerwehrspielplätze, sagt Heckroth. Die Idee dafür hatte der 40-Jährige vor fünf Jahren während eines Familienurlaubs, als er mit seinen Kindern verschiedene Mottospielplätze, allerdings zu anderen Themen, besuchte. Weil es auch in der Jugendfeuerwehr Gilfershausen an Neuzugängen mangelte, begann man gleich mit den Planungen des Projekts. Mittlerweile sind die meisten Spielgeräte auf dem Gelände vor dem Dorfgemeinschaftshaus aufgebaut worden.

Schläuche und Wasserbomben

„Mit dem Feuerwehrauto spielen wir, dass wir zu den Einsätzen fahren“, erklärt der 7-jährige Nick. Zu diesen Einsatzorten gehören zum Beispiel die aus Holzplatten gefertigten Abbilder von einem Auto und mehreren Bäumen. An denen sind wiederum mit gelben Flammen bemalte Holzplatten mittels Scharnieren befestigt. „Darauf spritzen wir dann mit den Schläuchen so lange, bis die Flammen nach hinten umklappen“, sagt die achtjährige Mira. „Mit dem D-Schlauch“, fügt Nick hinzu. Oder auch mal mit Wasserbomben – denn für die beiden Betreuerinnen Katja Heckroth und Svenja Heese steht der Spaß im Vordergrund.

Die theoretischen Einheiten finden bei gutem Wetter unter freiem Himmel statt (siehe Foto). Finanziert hat den Schulungsbereich die Stadt Bebra. Das Herzstück des Spielplatzes, ein Spielturm in Form einer Feuerwache, fehlt allerdings noch – auch weil die Spielgeräte sehr kostspielig sind. Deswegen hat sich die Feuerwehr Gilfershausen mit ihrem Projekt „Perspektive Feuerwehr 2030“, zu dem neben den Löschminis und dem Spielplatz auch die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten gehört, um verschiedene Preise beworben. Damit will man Sponsoren auf sich aufmerksam machen.

Hessischer Demografie-Wettbewerb

Außerdem gibt es bei dieser Gelegenheit auch Preisgelder zu gewinnen – zum Beispiel beim Hessischen Demografie-Wettbewerb. Anlässlich der Nominierung war gestern Staatsmininster Axel Wintermeyer, der Demografie-Beauftragte der hessischen Landesregierung, auf dem Spielplatz zu Gast. Die Löschminis zeigten ihr Können bei einigen Übungen und Wintermeyer war begeistert. „Ich bin wirklich beeindruckt, was die Kinder schon können und was hier auf die Beine gestellt wird.“ Die Feuerwehren seien ein elementarer Bestandteil der Gesellschaft, deswegen sei es wichtig, die Kinder dafür zu sensibilisieren. Der Preis ist mit insgesamt 25 000 Euro dotiert und wird am 25. August vergeben. 10 000 Euro bekommt der Sieger.

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