Land braucht Ersatz für pensionierte Steuerbeamte und Nachwuchs im Außendienst

Finanzschule weiter nötig

Etabliert in Rotenburg: Die Landesfinanzschule – hier das Internatsgebäude im Schlosspark – sowie das Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres werden landesweit 296 Anwärter für den gehobenen und den mittleren Dienst ihre Ausbildung in der Finanzverwaltung beginnen – eine Zahl im üblichen Rahmen, die auch den Standort von Landesfinanzschule und Studienzentrum in Rotenburg festigt.

Im mittleren Dienst beginnen nach Auskunft des Hessischen Finanzministeriums 65 junge Menschen ihre Ausbildung, im gehobenen Dienst 231. Zum Vergleich: 2005 waren es 48 im mittleren und 184 im gehobenen Dienst, 2010 110 im mittleren und 200 im gehobenen Dienst. Die Einstellungszahlen werden laut Ministerium maßgeblich von altersbedingten Personalabgängen beeinflusst, die jährlich nicht konstant seien.

Bewerberzahl gesunken

Beworben hatten sich für die Stellen 2015 608 junge Frauen und Männer für den mittleren und 1814 für den gehobenen Dienst. Gegenüber den beiden Vorjahren ist die Bewerberzahl gesunken, wie aus den Angaben des Ministeriums hervorgeht – das wird in Wiesbaden auch auf die demografische Entwicklung zurückgeführt. Gewerkschafter dagegen sprechen von einer zunehmenden Unattraktivität des Landes als Arbeitgeber.

2013 wurde von der Landesregierung ein Programm zur verstärkten Bekämpfung der Steuer- und Wirtschaftskriminalität aufgelegt. Demnach sollen die Außendienste um 105 Prüfer personell aufgestockt werden. Deshalb seien bereits 2013 und 2014 siebzig zusätzliche Einstellungen von Anwärtern des gehobenen Dienstes vorgenommen worden, 35 zusätzliche waren zum 1. August vorgesehen. Der Bereich Betriebsprüfungen sei personell um 20 Prozent aufgestockt worden. Hohe Priorität hatten die Prüfungen von Großbetrieben und entsprechender Kreditinstitute sowie die Prüfung von Einkunftsmillionären.

Die demografische Entwicklung führe zu steigenden Zahlen von Mitarbeitern, die altersbedingt aus dem Dienst scheiden. Dies müsse durch Neueinstellungen kompensiert werden, daher sei davon auszugehen, dass die Steuerverwaltung auch zukünftig die Ausbildungskapazitäten in Rotenburg nutzen werde. (sis)

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