Volontär Florian Künemund hat Fifa-Champ Lukas Berger herausgefordert

Fifa an der Playstation: Flinke Finger, flotter Messi

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Im Duell: Volontär Florian Künemund (links) und der Bad Hersfelder Fifa-Champ Lukas Berger schauen konzentriert auf den Bildschirm und steuern ihre Teams mit Controllern.

Bad Hersfeld. Den Bad Hersfelder Fifa-Champ Lukas Berger hat unsere Volontär Florian Künemund an der Playstation herausgefordert.

Wir richten unsere Blicke starr auf das Fußballspiel auf dem Fernseher. Niemand spricht. Das einzige, was wir bewegen, sind unsere Finger - diese aber ziemlich schnell. Flinker auf den Tasten der Controller ist Lukas Berger. Der 17-jährige Bad Hersfelder hat kürzlich ein Fifa-Turnier an der Playstation im Euronics-Markt Kurzer gewonnen und auch mich, Volontär Florian Künemund, mit 3:1 besiegt.

Ich will testen, ob er wirklich so gut ist. Das Ergebnis: Ist er. In dem Videospiel wählt er Barcelona als Mannschaft, ich Real Madrid. Nur acht virtuelle Minuten dauert es - die reale Dauer eines Fußballspiels ist auf zwölf Minuten umgerechnet - bis er in Führung geht. Mit dem Brasilianer Neymar dringt er per Tempodribbling in meinen Strafraum ein. Ich steuere Verteidiger Pepe zum Ball, renne den Gegenspieler aber um, statt den Ball wegzuspitzeln. Die Folge: Elfmeter. Lukas Berger trifft mit Lionel Messi souverän in den Torwinkel.

„Das Angriffsspiel ist meine Stärke und mit Spielern wie Messi und Neymar bei Barcelona kann ich das besonders gut“, sagt der Abiturient. Recht hat er. Kurz darauf hat er zwei weitere Torchancen durch Messi und Luis Suarez. Doch der Abschluss war nicht genau genug. So auch meiner nicht, als ich mit Gareth Bale nach schnellem Konter auf das gegnerische Tor zustürme. Lukas Berger holt seinen Keeper Claudio Bravo rechtzeitig mit einer Taste aus dem Tor heraus, sodass dieser klärt.

Mit dem Halbzeitpfiff überläuft Lukas Berger mit Lionel Messi mein Mittelfeld und lässt Außenverteidiger Marcelo mit einem Haken aussteigen. Messis strammen Schuss von der Kante des Strafraums aus lässt mein Torhüter Bravo nach vorne abprallen, sodass Andreas Iniesta ins leere Tor abstaubt und Berger 2:0 führt. Nach dem 3:0 von Messi selbst in Minute 72 ist das Spiel endgültig entschieden.

Mein Elfmeter-Treffer mit Christiano Ronaldo in der letzten Spielminute zum 1:3-Anschluss ist nur noch Ergebniskosmetik. „Du warst schon ein guter Gegner, aber der Sieg ist verdient, weil ich mehr Torchancen hatte“, sagt Lukas Berger nach dem Spiel. Das kann ich nicht abstreiten. Gegen seine schnellen Sturmläufe mit Messi und Neymar habe ich kein Mittel gefunden, mich zu oft austricksen lassen.

Was einen guten Fifa-Spieler ausmacht? „Vor allem Übung. Ich spiele, wie ich Zeit habe, mal gar nicht, mal eine, mal mehrere Stunden am Tag“, sagt Lukas Berger. Zudem sei ein gewisses Grundverständnis von Fußball nötig, um erfolgreich zu sein. Das habe ich zwar. Allerdings sehe ich den Schüler in Sachen Übungszeit mitten in den Herbstferien klar im Vorteil. Warum auch immer: Er hat einfach die flinkeren Finger.

Hintergrund:

Fifa ist ein Videospiel, das unter anderem mit den Konsolen Playstation und Xbox oder einem Computer gespielt werden kann. Die Serie des Herausgebers EA Games erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Ein Spieler wählt eine reale Fußballmannschaft aus. Er steuert diese mithilfe eines Controllers und verfolgt das animierte Geschehen am Bildschirm. Jeder Taste ist ein Befehl wie Schießen, Passen oder Laufen zugewiesen. Mögliche Gegner sind Freunde im selben Raum, Kontrahenten im Internet oder ein von den Spielemachern programmierter „Autopilot“. Jedes Jahr erscheint eine neue Version. Die Fähigkeiten von Spielern und Mannschaften sind an die Realität angelehnt, sodass beispielsweise Bayern München einem Zweitligisten wie Kaiserslautern klar überlegen ist. Das betrifft auch die jeweiligen Einzelspieler.

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