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Frank Holstein für Deutschen Waldpreis nominiert: Mit Hackschnitzeln zum Erfolg

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Von: Carolin Eberth

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Für die Kategorie „Forstunternehmer des Jahres“ wurde Frank Holstein aus Weiterode – hier auf unserem Bild vor einem seiner Harvester – beim Deutschen Waldpreis nominiert. Bei einem Online-Voting kann für ihn bis zum 3. Juli abgestimmt werden.
Für die Kategorie „Forstunternehmer des Jahres“ wurde Frank Holstein aus Weiterode – hier auf unserem Bild vor einem seiner Harvester – beim Deutschen Waldpreis nominiert. Bei einem Online-Voting kann für ihn bis zum 3. Juli abgestimmt werden. © Carolin Eberth

Nur noch neun Kandidaten aus Deutschland stehen im Finale für den Deutschen Waldpreis. Vergeben wird der Preis zum fünften Mal vom Forstportal forstpraxis.de, einem Medium aus dem Hause des Deutschen Landwirtschaftsverlags.

Weiterode – Noch mit dabei im Rennen ist der 54-jährige Forstunternehmer Frank Holstein aus Weiterode. Er wurde von Hessen-Forst für die Kategorie „Forstunternehmer des Jahres“ vorgeschlagen und ist bereits weit gekommen. „Nun muss ich darauf hoffen, dass genügend Leute ihre Stimme für mich abgeben bei dem Online-Voting“, sagt Frank Holstein.

Bis der Weiteröder zum erfolgreichen Forstunternehmer mit vier Harvestern, Rückezügen, Mulchraupen, Fällbaggern, Häckslern und weiteren diversen Fahrzeugen für die Hackschnitzel-Logistik wurde, machte er zunächst eine Ausbildung als Forstwirt und arbeitete sich dann ohne einschlägigen familiären Hintergrund immer weiter nach oben.

1992 meldete er dann als Nebengewerbe sein Unternehmen an und stieg 2004 mit der vollen Selbstständigkeit als Forstunternehmer ein und beendete damit seine Arbeit als Angestellter bei Hessen-Forst. „Ich habe mich schon immer sehr für Maschinen und den Wald interessiert. Ich kann sagen, dass ich meinen Traumberuf als selbstständiger Forstunternehmer gefunden habe. Ich darf jeden Tag in der Natur sein, habe viel Abwechslung und täglich neue Aufgaben“, erzählt Holstein über seine Arbeit.

Sein Steckenpferd sind seit Anbeginn seiner Karriere Hackschnitzel. Mit seinen 18 Mitarbeitern beliefert Holstein neben Großabnehmern auch Schulen, Schwimmbäder und ein Altenheim in der Umgebung um Weiterode mit produziertem Hackgut. „Ich denke, dass das auch der Grund ist, warum ich beim Wettbewerb unter die besten drei der Kategorie Forstunternehmer des Jahres gekommen bin, da wir sehr regional unsere Kunden beliefern und versuchen, unsere Wege so kurz wie möglich zu halten. Wir haben eine gute Ökobilanz“, sagt Holstein. Im besten Falle mache er Bäume bei Bebra ab und liefere die produzierten Hackschnitzel zum Heizen in eine Bebraer Schule.

Auch wenn sich der Wald in den vergangenen Jahren stark verändert hat und beispielsweise die Fichte durch Windwurf und Borkenkäfer kaum noch im gesunden Zustand vorhanden ist, ist der Forstunternehmer zuversichtlich, auch diese Hürde in der Zukunft gemeinsam mit seinen Mitarbeitern meistern zu können.

Dass Holstein ein Kämpfertyp ist, das hat er bereits vor zwei Jahren bewiesen, als er im Dannenröder Forst Waldflächen gerodet und aufgearbeitet hat – begleitet von heftigen Protesten von Umweltaktivisten, die die Rodung für die Autobahn 49 mit dem Besetzen von Bäumen verhindern wollten. „Während der Arbeiten stand ich rund um die Uhr unter Polizeischutz. Bei einem Forstunternehmer-Kollegen, der auch im Dannenröder Forst gerodet hat, wurde damals sogar das Büro abgefackelt“, erzählt Holstein.

Er selber sei auch nur zu diesem Auftrag gekommen, weil die Unternehmen aus der Nähe von Marburg vor Angst der Aktivisten ablehnten, diese Arbeiten durchzuführen. Nun aber freut sich Frank Holstein auf die Interforst-Messe am 18. Juli in München, bei der die Preisträger für den Deutschen Waldpreis gekürt werden.

Online-Voting: Jeder der möchte, kann bis zum 3. Juli unter deutscher-waldpreis.de abstimmen.
(Carolin Eberth)

Hintergrund Deutscher Waldpreis

Mit dem Deutschen Waldpreis zeichnet forstpraxis.de Menschen aus, die sich in besonderer Weise für die Forstbranche stark machen. Vergeben wird die Auszeichnung in den Kategorien „Waldbesitzer“, „Förster“ und „Forstunternehmer“ des Jahres. Aus den eingehenden Bewerbungen nominiert eine Jury die besten Kandidaten. Der Deutsche Waldpreis wurde erstmals 2018 verliehen. Dieses Jahr findet die Verleihung am 18. Juli auf der Interforst-Messe in München statt. Schirmherr ist der Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Hauptsponsor ist die Firma Stihl.

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