Freigeist auf Reisen: Shiregreen stellten neues Doppelalbum vor

Harmoniertern hervorragend: Klaus Adamaschek und Marisa Linß auf der Bühne des Rotenburger Bürgerzentrums. Foto: Ernst

Rotenburg. Wenn das Leben eine Hintergrundmusik für all seine schönen oder traurigen Momente hätte, dann würde bei jedem von uns mindestens einmal etwas von Shiregreen laufen. Mit seiner melancholischen und berührenden Musik traf er bei dem Premierenkonzert zu seinem neuen Album im Bürgerzentrum Rotenburg in jedem Fall den Geschmack des Publikums.

Klaus Adamaschek, Weltenbummler und Frontmann von Shiregreen, Singer und Songwriter – die Liste ließe sich noch um den ein oder anderen Titel erweitern, doch am ehesten trifft „Künstler“ zu. Denn genau das ist es, was er mit seiner Musik vermittelt und was sein Erscheinungsbild erahnen lässt: Er ist durch und durch Freigeist mit kreativer Seele.

Bei seinen Reisen durch Schottland entstanden viele der Songs auf seinem neuen Doppelalbum Earthbound Songs/ Traumwandler. Ein Teil des Albums gänzlich auf Deutsch, der andere Teil auf Englisch: „Ich habe auf Deutsch gesungen und das kam gut an – dann habe ich auf Englisch gesungen und das kam sogar noch besser an. Also habe ich mir gedacht, wieso nicht beides?“, verriet Adamaschek seine Idee hinter dem Album.

Mit „On the road to Aberdeen“, „From here ´til Dawn“ oder „A place like deep Loch Maree“, fing er in klassischer Country- und Folk-Manier die Schönheit der schottischen Landschaft und ihrer Weite in seiner Musik ein. Fernweh vorprogrammiert.

Angelehnt an Cat Stevens, Leonard Cohen oder Neil Young wirkte sein neues Album keineswegs wie eine gesichtslose Adaption großer Musiker dieses Genres. Viel mehr versprüht sein neues Album mit all seiner Melancholie und seinen Emotionen ein ganz eigenes Flair. Adamascheks herbe, leicht rauchige Stimme tut dabei ihr Übriges, ohne jedoch zu hart zu klingen.

Als toller und sanfter Kontrast zu dieser sonoren Stimme, steht Marisa Linß. Die junge und sehr begabte Sängerin ist durchaus keine Unbekannte in unserer Region. Den größten Gesangsanteil hatte sie im Song „Garden of my dreams“. Dabei füllte sie den Raum mit ihrer hellen und klaren Stimme. Sonderapplaus vom Publikum war der Lohn dafür.

Neben den beiden begnadeten Sängern waren auch noch zwei Multitalente auf der Bühne. Sascha Schmitt und Paul Adamaschek rotierten immer wieder zwischen den Musikinstrumenten hin und her.

Dabei spielte Paul Bass, Keyboard und Cajón. Zudem gab er neben Marisa Linß einen weiteren Sänger. Schmitt bewies am Akkordeon sein Können – aber auch seine Leistung am Keyboard standen dem in nichts nach.

Die Inspiration zu seinen Liedern zieht Klaus Adamaschek nicht nur aus Reisen. Oftmals sind es persönliche Ereignisse die ihn prägen. In „Herz aus Stein“, wird beispielsweise der Vertrauensbruch, den er durch das Verhalten eines Freundes erlitt, verarbeitet.

Aber auch CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer hat Inspiration geliefert. Mit seinen Reden, in denen er sich immer wieder gegen Flüchtlinge aussprach, und sich für das Errichten von Mauern und bewachten Grenzen stark machte, löste er tiefe Ablehnung bei Klaus Adamaschek aus.

Daraus entstand das Lieder-Trio „Not fighting in any war“, „Gib mir ein Lied“ und „Das Land, in dem die Liebe wohnt“. Jeder der Songs macht sich für Humanismus stark und spricht sich gegen Hass und Leid aus.

Von Pascal Ernst

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