Freiheitsstrafe für massive Nachstellung: Stalker gesteht

Bad Hersfeld. Sein umfassendes Geständnis bewahrte einen 38-Jährigen aus dem Kreisteil Rotenburg vorläufig vor dem Gefängnis.

Wegen Nachstellung, Nötigung und Betrugs verurteilte das Schöffengericht am Amtsgericht Bad Hersfeld den Bauzeichner am Mittwoch zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe, die für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Angeklagte hatte in der zweitägigen Verhandlung eingeräumt, einen Geschäftsmann aus Frankfurt über Jahre systematisch mit Telefonaten, Textnachrichten, Drohungen und fingierten Bestellungen von Taxis und Pizzen drangsaliert zu haben. An einzelnen Tagen wurden mehr als 700 Anrufe bei dem Frankfurter registriert (unsere Zeitung berichtete).

Die beiden Männer hatten im Januar 2013 zunächst einvernehmlich über eine Internet-Plattform für Homosexuelle Kontakt aufgenommen. Der Bauzeichner hatte dabei seine Indentität verschleiert und war in den Besitz von Sex-Fotos und expliziten Videos des Geschäftsmannes gelangt. Mit diesen hatte er den zwei Jahre jüngeren Frankfurter später derart unter Druck gesetzt, dass dieser psychisch erkrankte und seine Arbeitsstelle wechseln musste.

In einem weiteren Fall hatte sich der Angeklagte gegenüber einen 45 Jahre alten Mann aus Rotenburg als Frau ausgegeben und ebenfalls mit der Weitergabe von Sex-Bildern gedroht, um den Telefonkontakt aufrecht zu erhalten.

Als Bewährungsauflage verhängte das Gericht eine Geldauflage von 6000 Euro, die dem Frankfurter Opfer in Raten als Schmerzensgeld gezahlt werden muss.

Morgen mehr in der gedruckten Zeitung.

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