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Friedensappell aus der Ruine: Solidarität mit der Ukraine beim Festakt der Festspiele

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71. Bad Hersfelder Festspiele: Gruppenfoto vor der Premiere.
71. Bad Hersfelder Festspiele: Zum offiziellen Gruppenfoto vor der Premiere stellten sich (von links) Bürgermeister Thomas Fehling, Ehefrau Gabriele Schäfer, Intendant Joern Hinkel und seine Partnerin, Bundesinnenministerin Nancy Faeser, Bundestagsabgeordneter Michael Roth, Ehemann Michael Kloeppner, Hessens Kulturministerin Angela Dorn, Regierungspräsident Mark Weinmeister und Festrednerin Marina Schubarth gerne auf. © Laura Hellwig

Mit einem flammenden Appell für Frieden, Freiheit und Solidarität mit der Ukraine sind am Freitagabend die 71. Bad Hersfelder Festspiele eröffnet worden.

Bad Hersfeld - In einer ergreifenden Rede erinnerte die in Kiew geborene Leiterin des Berliner Dokumentar-Theaters Marina Schubarth an die von Kriegen geprägte Geschichte des Landes. „Diese mit Blut getränkte Ukraine trage ich in meinem Herzen, deshalb stehe ich hier.“ Sie berichtete von den Zerstörungen, die auch die Träume der Menschen dort zerstörten. „Dort geschieht ein Genozid“, sagte sie. „Bitte tun sie alles, um den Menschen dort zu helfen, bevor es zu spät ist.“ Für ihre Rede erhielt sie beim Festakt in der zu zwei Dritteln gefüllten Stiftsruine stehenden Applaus.

Unter den Gästen war auch der Generalkonsul der Ukraine Vadym Kostiuk.

Marina Schubarth
71. Bad Hersfelder Festspiele: Festrednerin Marina Schubarth, Leiterin des Berliner Dokumentar-Theaters. © Kai A. Struthoff

Festspiel-Intendant Joern Hinkel mahnte ebenfalls zu Frieden und Solidarität mit der Ukraine. Es erfordere viel Mut, gegen Unrecht vorzugehen, das sei auch die Botschaft von „Notre Dame“, dem Premierenstück.

Gerade in diesen Zeiten sei es wichtig, dass Kultur stattfinde, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), „sie hält der Gesellschaft den Spiegel vor.“ Sie versprach in ihrem Grußwort außerdem, weiter für die finanzielle Unterstützung der Festspiele durch den Bund einzutreten.

Als offizielle Vertreterin der Landesregierung war Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) zugegen. „Wie in Notre Dame erlebt die Welt auch jetzt eine Zeitenwende. In der Ukraine geht es auch um die Verteidigung unserer Werte, die lange und hart erkämpft wurden“, so Dorn. Die Stiftsruine stehe für Heimat und kulturelle Identität. „Es braucht die Kultur, um unsere Demokratie lebendig zu halten.“

Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) eröffnete die Festspiele per Videobotschaft, an einem „Tag, an dem alle stolz auf Bad Hersfeld blicken. Ein weithin strahlender Ort der Kultur.“

Thomas Fehling unterstrich in seiner letzten Eröffnungsrede als Bürgermeister den Anspruch der Stadtpolitik, „die Festspiele kontinuierlich weiterzuentwickeln und in führender Position zu halten“.

Nach dem Festakt flanierten dann zahlreiche Ehrengäste und Prominente aus Film, Fernsehen, Sport, Politik und Wirtschaft über den Roten Teppich vor der Stiftsruine - beklatscht von interessierten Zaungästen.

Mit der Uraufführung von „Notre Dame“ begann schließlich auch das eigentliche Theaterprogramm. Intendant Joern Hinkel, der Regie führt, und Tilman Raabke haben aus dem bekannten Roman von Victor Hugo eine Theaterfassung erarbeitet, die sich sprachlich und inhaltlich eng am Original orientiert. (Kai A. Struthoff)

Premiere: Roter Teppich und „Notre Dame“

Umrahmt wurde der Festakt von Musikern des Landesjugendjazzorchesters und den ukrainischen Künstlerinnen Maria Parkhomenko und Lana Woitkewitsch. Nach der Eröffnung schritten viele Prominente über den Roten Teppich, der nach zwei Jahren Corona-Pause wieder ausgerollt worden war. Danach fand die Premiere von „Notre Dame“ nach Victor Hugo statt. Dabei kam erstmals in der Ruine die eindrucksvolle, computer-animierte Mapping-Technik zum Einsatz. (kai)

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