Schenklengsfeld und Friedewald prüfen zwei Alternativen

Entscheidung über Kläranlage fällt noch in diesem Jahr

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Mögliche gemeinsame Kläranlage für Schenklengsfeld und Friedewald: Die 25 Jahre alte Teichkläranlage in Malkomes überschreitet in ihrer bisherigen Form immer wieder die Einleite-Überwachungswerte.

Friedewald und Schenklengsfeld prüfen derzeit zwei Alternativen für eine gemeinsame Kläranlage. Dazu fand jetzt eine Info-Veranstaltung statt. 

Die Kommunalpolitiker von Friedewald und Schenklengsfeld sind kürzlich bei einer Informationsveranstaltung im Rittersaal von Göbels Schlosshotel über die zukünftige Entwässerung der beiden Gemeinden informiert worden.

Vorgestellt wurden den geladenen Mandatsträgern laut gemeinsamer Pressemitteilung der Bürgermeister Dirk Noll und Carl Christoph Möller die Ergebnisse einer Studie zur Auflösung der vorhandenen Anlagen in Malkomes und Friedewald bei gleichzeitigem Anschluss an die Zentralkläranlage der Kreisstadt Bad Hersfeld. Dr. Norbert Könemann vom Ingenieurbüro DSP in Immenhausen erläuterte die Ergebnisse der ingenieurtechnischen Prüfung und beantwortete Fragen der Anwesenden.

Ihre Tage sind gezählt: Die Tropfkörperkläranlage in Friedewald. Foto: Gemeinde Friedewald

Dem vorangestellt waren Erläuterungen von Gerd Myketin, Vertreter der zuständigen Unteren Wasserbehörde beim Landkreis, der auf die vorhandenen Probleme der rund 30 Jahre alten Tropfkörperkläranlage in Friedewald sowie der rund 25 Jahre alten Teichkläranlage in Malkomes einging. So komme es wegen technischer Schwierigkeiten immer wieder zu Überschreitungen der Einleite-Überwachungswerte, was neben ökologischen Problemen zu erheblichen Abwasserabgabezahlungen führe.

„Wir stellen uns dieser Aufgabe und prüfen mögliche Anschlussszenarien“, so die beiden Bürgermeister Dirk Noll und Carl Christoph Möller. „Wir wollen jedoch keinen Schnellschuss, sondern alle in Frage kommenden Lösungen auf Wirtschaftlichkeit hin prüfen“, so die Bürgermeister weiter.

Neben einem Anschluss an die Anlage Bad Hersfeld wird auch die Möglichkeit einer neuen, gemeinsamen Kläranlage am Standort Malkomes geprüft. Dr. Könemann wies jedoch darauf hin, dass die zukünftigen Anforderungen an die Überwachungswerte der Kläranlagen immer strenger werden und diese Lösungen wohl am wirtschaftlichsten im Verbund mit einer großen Anlage abgebildet werden können. Diese Ausführungen unterstrich auch Martin Bode von den Abwasserbetrieben der Stadt Bad Hersfeld und verwies auf die bereits bestehende, positive Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden.

Theodor Hodes von der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Kassel thematisierte die Ergebnisse einer im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgenommenen sogenannten „Leitfadenbetrachtung zum Erkennen ökologisch kritischer Gewässerbelastungen durch Abwassereinleitungen“ für das Einleitegewässer Solz. Demnach müssten zwingend Maßnahmen ergriffen werden, um die Gewässergüte der Solz deutlich zu verbessern. Die Vermeidung kontinuierlicher Einleitungen aus den beiden Kläranlagen wäre hier ein bedeutender Schritt. Fragen der Alternativen, der Finanzierung des Vorhabens sowie die Möglichkeiten einer Förderung sollen nun weiter vertieft werden. Auch soll voraussichtlich im September die Bevölkerung der beiden Kommunen über das Thema informiert werden. „Dies war aufgrund der Corona-Pandemie bisher noch nicht möglich. Außerdem wollten wir erst mal die Kommunalpolitiker über den Sachstand informieren“, so die Bürgermeister. Einigkeit habe dahingehend bestanden, dass noch in diesem Jahr die beiden Gemeindevertretungen Grundsatzbeschlüsse über die Umsetzung fassen sollen. Das Jahr 2021 stände dann im Zeichen der Planung und Sicherstellung der Finanzierung, sodass die Bauarbeiten im Jahr 2022 starten könnten. 

Die vom Ingenieurbüro DSP vorgetragene Präsentation kann unter schenklengsfeld.desowie gemeinde-friedewald.de heruntergeladen werden.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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