Friedhof Dickenrück wird ab Januar zum Friedpark

Ein wirklich friedlicher Platz: Das Grundstück gehört zum Dickenrücker Friedhof und wurde für den künftigen Friedpark hergerichtet. Rund um die Bäume sollen die Urnen beigesetzt werden. Im Hintergrund sieht man das Herz- und Kreislaufzentrum. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Die Stadt Rotenburg richtet auf dem Friedhof Dickenrück einen Friedpark ein. Ab Januar können Urnen rund um die jetzt angepflanzten Bäume beigesetzt werden.

Damit hat der Magistrat auf die Entwicklung reagiert, dass sich immer weniger Menschen konventionell bestatten lassen wollen, erklärt Bürgermeister Christian Grunwald. Das Stadtparlament muss allerdings einer entsprechenden Satzungsänderung noch zustimmen.

Geplant ist, dass die Beisetzung mit 650 Euro nur unwesentlich teurer als eine anonyme Bestattung (600 Euro) wird, erklärt die zuständige Mitarbeiterin im Friedhofsamt, Birgit Utermöhlen. Es gebe mittlerweile viele Hinterbliebene, die Probleme hätten, die Bestattungskosten zu schultern. Eine Option sei der Friedpark auch deshalb, weil viele Angehörige nicht mehr in der Region wohnten und Gräber nicht pflegen könnten.

Im Abstand von zwei beziehungsweise drei Metern von jeweils einem Baum werden die Urnen in zwei Kreisen beigesetzt. Die Namen der Verstorbenen sowie ihr Geburts- und Sterbedatum werden auf kleinen Schildern an einer Tafel neben dem jeweiligen Baum angebracht. Das übernimmt wegen des einheitlichen Bildes die Stadt.

Auch Partnerschaftsgräber

Anders als zum Beispiel in einem Friedwald kann man jedoch keinen Baum für sich, seine Familie und Freunde reservieren oder kaufen. „Dafür haben wir nicht genug Platz“, sagt Utermöhlen. Partnerschaftsgräber sollen allerdings möglich sein.

Das Gelände, das Hinterbliebenen einen schönen Blick ins Tal ermöglicht, soll noch mit Rasenwegen und Bänken hergerichtet werden.

Urnen sind mittlerweile grundsätzlich biologisch abbaubar, so dass der Friedpark auf Dauer nicht belastet wird, erläutert Utermöhlen. Neu gepflanzt wurden einige Bäume, die bislang an der Schulstraße in Lispenhausen standen sowie welche, die als Ausgleich für Bauprojekte gepflanzt werden mussten, sagt Bürgermeister Grunwald. Die genaue Anzahl der Bäume steht zwar noch nicht fest, dennoch ist klar, dass Platz für viele Urnen sein wird.

Von Silke Schäfer-Marg

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