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Friedrich Merz soll „verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen“

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Von: Sebastian Schaffner

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Das Foto zeigt Andreas Börner, CDU-Kreisvorsitzender aus Rotenburg.
Andreas Börner, CDU-Kreisvorsitzender aus Rotenburg. © CDU Hersfeld-Rotenburg

Die CDU im Kreis Hersfeld-Rotenburg setzt große Hoffnungen in den neuen Bundesvorsitzenden Friedrich Merz. Wir haben uns umgehört.

Hersfeld-Rotenburg – Mit knapp 95 Prozent ist Friedrich Merz am Wochenende auf dem Bundesparteitag der CDU zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Welche Erwartungen verknüpfen Christdemokraten aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit der Wahl? Wir haben uns umgehört.

Von einem positiven Zeichen spricht Andreas Börner. „Ich hoffe, dass die Partei mit Friedrich Merz inhaltlich wieder ein schärferes Profil bekommt“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende aus Rotenburg. In den vergangenen zwei Jahren habe es in seiner Partei „Kontroversen“ gegeben, die es der CDU in Wahlkämpfen nicht gerade leicht gemacht hätten. Börner hofft nun darauf, dass sich Merz und der neue Vorstand mehr für Familien und für den ländlichen Raum einsetzen. Da Merz vor allem bei konservativen Christdemokraten die Hoffnung weckt, AfD-Wähler zurück zur Union holen zu können, sagt Börner: „Eine Abgrenzung zur AfD gibt es, und die muss es auch geben. Eine Zusammenarbeit kann und darf es nicht geben.“

Herbert Höttl, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, freut sich über den neuen Bundesvorsitzenden: „Er ist der Einzige, der jetzt das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen kann.“ Höttl hatte sich bereits vor zwei Jahren nach dem Rückzug der damaligen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer für Merz als Nachfolger ausgesprochen. Auf „AKK“ folgte allerdings erst einmal Armin Laschet.

Von einem „Schritt in die richtige Richtung“ spricht auch die am Sonntag frisch gewählte neue Vorsitzende der Jungen Union im Landkreis, Nadine Sondermann. Die 26-Jährige aus Rotenburg zählt vor allem auf die sieben JU-Mitglieder, die es in den Bundesvorstand geschafft haben, darunter fünf Frauen. Auf die Frage, ob sie sich von einem 66-jährigen Mann gut vertreten fühlt, sagt sie: „Ich hoffe da eher auf den verjüngten Vorstand.“ Sondermann wünscht sich, dass Merz, der von vielen als Inbegriff des konservativen Flügels der CDU gesehen wird, sich künftig moderner und zeitgemäßer präsentiert. Für den ländlichen Raum wünscht sie sich vor allem mehr Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote: „Da muss mehr passieren.“

Aus Sicht von Haunetals Bürgermeister Timo Lübeck ist Merz „jetzt gerade der richtige Mann für die Opposition“. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, der sich 2017 für den Bundestag beworben hatte, erwartet von Merz, „dass er den Neuanfang nun mit Leben füllt.“ Es sei wichtig, sich nun hinter ihm zu versammeln, um geschlossen die neue Bundesregierung zu attackieren. „Die Ampel hat viele Sollbruchstellen, die uns Angriffspunkte bietet“, sagt Lübeck.

Jan-Ulrich Saal, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands in Bad Hersfeld, setzt seine Hoffnungen auf die Wirtschaftskompetenz von Friedrich Merz. „Er kennt sich aus und kann der Regierung auf die Finger schauen.“ Zudem sei er ein geeigneter Vorsitzende, um die Rolle der Partei in der Opposition anzunehmen: „Jetzt können wir endlich mal wieder CDU pur sein und müssen keine verwässernden Kompromisse mehr eingehen.“ Saal wünscht sich vor allem, dass das Thema Rente wieder verstärkt in den Fokus rückt.

Die Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt (Wahlkreis Rotenburg) sagt: „Die CDU hat bei der Bundestagswahl eine schmerzliche Niederlage erlitten, welche aber zugleich der Auftakt gewesen ist für einen umfassenden Erneuerungsprozess.“ Merz könne jetzt mit einem starken Rückhalt in das neue Amt starten. Seine Pläne zur Neuorientierung mit einer stärkeren Einbindung der Basis seien gute Ansätze. Arnoldt: „Ich freue mich insbesondere darüber, dass unsere Parteiführung mit dem neu gewählten Bundesvorstand viele junge Menschen umfasst und diverser geworden ist.“ (Sebastian Schaffner)

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