Schüler aus der ehemaligen Grenzregion nehmen am Grenz-Triathlon teil

Im früheren Todesstreifen

Heringen/Obersuhl/Gerstungen. DDR oder BRD? Die Teilung Deutschlands ist für heutige Jugendlichen nicht mehr von Bedeutung, heißt es oft. Aber: 25 Jahre nach der Wiedervereinigung veranstalten zum Jahrestag auch die Schulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit denen des Wartburgkreises verschiedene Aktionen.

Sechs Schulen nehmen am Freitag, 2. Oktober, ab 10 Uhr an einem Grenz-Triathlon in Gerstungen teil, darunter die Werratalschule Heringen, die Blumensteinschule Obersuhl und das Philipp-Melanchthon-Gymnasium Gerstungen. Schüler der 9. und 10. Klassen treten am ehemaligen Todesstreifen zum freundschaftlichen Wettstreit gegeneinander an. Sie müssen fünf Kilometer laufen, auf der Werra mit einem Kanu fahren und den letzten Streckenabschnitt per Rad zurücklegen.

„Die Blumensteinschule Obersuhl feiert die Wiedervereinigung nicht nur an Jahrestagen“, erklärt Schulleiterin Doritha Rudschewski. Im Unterricht achte man auf eine umfangreiche Behandlung dieser Thematik.

So haben Schüler im Projekt „Grenzenlos“ mit dem Hessischen Rundfunk eine App über den Grenzlehrpfad in Obersuhl erstellt. „Wir haben am Weg direkt QR-Codes angebracht, sodass man die App gleich benutzen kann“, erzählen die Schüler Moritz Gießler und Jascha Mähler. Durch Bilder sowie Audio- und Videodateien können Besucher einer virtuellen Führung folgen.

Ebenfalls am Freitag findet gemeinsam mit dem Gerstunger Gymnasium der jährliche Spendenmarathon statt. Die Schüler der 8. Klassen laufen ihre Runden auf dem Sportplatz, und für jeden Kilometer werden Spenden eingenommen. Außerdem führt die Theatergruppe des Gymnasiums am Freitag ab 20 Uhr das Stück „Ikaros“ im Atrium auf, berichtet Schulleiter Gerald Taubert. Die Schüler wurden mit ihrer eigenen Fassung des Stücks schon mit dem Thüringer Schultheaterförderpreis 2015 ausgezeichnet. Der griechische Mythos wird in Bezug zu dem in der DDR verbotenen Text des Autors Harald Gerlach gestellt. Das Stück greift das Thema Freiheit auf und beleuchtet die Selbstverständlichkeit, mit der wir sie betrachten.

Wandern zum Kunstwerk

Zusätzlich zu den Aktionen vor dem Tag der Einheit plant die Heringer Werratalschule für den 25. November eine Wanderung zum Himmelmann-Kunstwerk an der Grenze zwischen Dippach und Leimbach, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Margret Schulz-Bödicker. Das Objekt wurde vor vielen Jahren von einem Lehrer und einer Schülergruppe aus ehemaligem Grenzdraht erstellt. (aw)

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