Mandolinenorchester Weiterode spielte im Kloster Cornberg

Irische Klänge: Beim von Igor Karassik arrangierten Irish-Folk-Music-Stück „Sally Gardens“ spielt der Dirigent die Querflöte. Fotos: Apel

Cornberg. Regina Panitz-Itter, die Vorsitzende des Kulturvereins Kloster Cornberg, begrüßt rund 150 Zuhörer auf der Bühne „ihrer“ voll besetzten gotischen Klosterkirche und scherzt: „Wenn das so weiter geht, müssen wir anbauen!“

Margarethe König, die Vorsitzende des Mandolinenvereins „Wanderlust“ Weiterode, schmunzelt. Igor Karassik, der Maître d’Inspiration der seit 90 Jahren bestehenden Gemeinschaft, fängt an zu schwitzen. Es ist wie immer kurz vor dem März-Konzert der aus dem Ulfetal auf die Höhe gereisten, zupfenden „Stripper“: Der Frühling hat begonnen, draußen ist es kalt und drinnen schön warm. Der Fußbodenheizung sei Dank. Und den Musikern des Mandolinenorchesters, die mit der „Romantischen Serenade“ von Roland Ganz beginnen.

Schnell fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Erst recht, als Csárdás-Klänge aus der Puszta ertönen - erst langsam, dann immer mehr Fahrt aufnehmend. „Wir wollen Ihnen ein bisschen Leben bringen!“, lächelt Igor Karassik, als er den Foxtrott aus der Tanz-Suite von Willi Althoff ankündigt und loslegt.

Prächtig auf Frühling eingestimmt: Das Publikum in der ausverkauften Klosterkirche war einmal mehr begeistert.

Dann geht es international zu, mit irischer und russischer Folklore: „Sally Gardens“, vom Dirigenten höchstselbst arrangiert und von ihm selbst auch auf der Querflöte begleitet, und „Wo die Balalaika klingt“. Russisches Gefühl und russisches Temperament steigen bis unter die Decke. Man spürt, wie viel Seele der aus Weißrussland stammende 58-jährige Bebraner, der die Weiteröder seit 20 Jahren dirigiert, einbringt.

Nach dem „Heiteren Intermezzo“ von Rudolf Krebs und dem „frühlingshaftesten“ Stück von Johann Strauß, der vom Publikum mit großem Vergnügen aufgenommenen Annen-Polka, geht es mit spanischen Stücken weiter. „Espana Cani“ - „auf deutsche Art und Weise, nicht so gemütlich und am Ende mit „Bumm“ - und „Recuerdos de la Alhambra“ stehen auf dem Fahrplan. Gerade in letztgenanntes Werk, eines der Markenzeichen der Weiteröder, legen sie all ihr Können, und so entsteht ein großes Klanggemälde, voller Vorfreude auf den Besuch der Freunde aus Calpe, die sie zu den anstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten eingeladen haben.

Absolute Höhepunkte sind dann zwei Potpourris mit bekannten Melodien aus den Andrew-Lloyd-Webber-Musicals „Jesus Christ Superstar“ und „Phantom of the Opera“, für die das Publikum lang anhaltenden Beifall spendet.

Nicht anders ist es beim Paul-Simon-Welthit „The Sound of Silence“ und der „nicht unerwartet eingeplanten“ Zugabe „Hello Dolly“. Das Publikum ist begeistert von einhundert Minuten herbeigespieltem Frühling: Herz, was willst du mehr!

Von Wilfried Apel

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