Freitag kommt der Landtag zusammen

Fünf Abgeordnete vertreten die Interessen des Landkreises in Wiesbaden

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Umbauarbeiten: Im Landtag sind Handwerker derzeit damit beschäftigt, den Plenarsaal mit 27 zusätzlichen Plätzen auszustatten. Der Landtag ist mit 137 Abgeordneten so groß wie noch nie. Foto: Arne Dedert/dpa-Bildfunk

Hersfeld-Rotenburg – Wenn am Freitag der neue Hessische Landtag zusammenkommt, ist er mit 137 Sitzen so groß wie noch nie.

In Wiesbaden vertreten künftig gleich fünf Abgeordnete die Interessen des Kreises Hersfeld-Rotenburg – zwei davon sind neu im Landtag. 

Die Parlamentsmitglieder des Landkreises haben uns vor der ersten Landtagssitzung im neuen Jahr verraten, wofür sie sich besonders einsetzen wollen. 

Karina Fissmann (SPD)

Dass Karina Fissmann es überhaupt noch in den Landtag schaffen würde, danach sah es am Wahlabend nicht aus. Die Auszählung im Wahlkreis Rotenburg entwickelte sich zu einem Krimi. Mal lag die Sozialdemokratin vorn, mal Lena Arnoldt von der CDU. Am Ende holte Arnoldt mit 431 Stimmen Vorsprung das Direktmandat, Fissmann schien leer auszugehen. „Als ich am Montagmorgen aufwachte, stellte ich dann fest, dass ich 20 Glückwunschnachrichten auf meinem Telefon hatte, weil ich über Nacht über die Landesliste nachgerückt war“, erinnert sie sich. Nun beginnt für die 32-Jährige aus der Gemeinde Ringgau (Werra-Meißner-Kreis) ein neuer Lebensabschnitt. „Ich bin schon aufgeregt“, sagt sie, als wir sie am Dienstag telefonisch auf dem Weg zur Fraktionssitzung erreichen. Stark machen will sie sich in Wiesbaden vor allem für die Abschaffung der Straßenbeiträge und die Abschaffung der Kitagebühren für alle. „Das wird zwar schwierig aus der Opposition heraus, ich werde mich aber trotzdem dafür einsetzen.“

Gerhard Schenk (AfD)

Auch der zweite Neue im Landtag aus unserer Region ist schon in Wiesbaden angekommen: Gerhard Schenk von der AfD. „Mir ist jetzt schon klar geworden, dass drei Stunden Fahrtzeit nach Wiesbaden sehr knapp bemessen sind bei all den Staus auf den Autobahnen“, sagt er am Dienstag am Telefon. Künftig will Schenk, der in Bebra lebt und dort eine Transportvermietung betreibt, zwischen Waldhessen und Wiesbaden pendeln. „Am meisten freue ich mich darauf, mitzuerleben, wie Politik gestaltet wird.“ In welchem Ausschuss er arbeiten wird, steht noch nicht fest. „Angemeldet habe ich mich für Sport, Landwirtschaft, Wirtschaft und Europa“, sagt der 64-Jährige. Der Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Hersfeld-Rotenburg hatte bei der Landtagswahl im Wahlkreis Rotenburg 13,9 Prozent der Stimmen erhalten und ist über die Landesliste gerade noch so in den Landtag eingezogen. Die AfD erhält 19 Sitze, Schenk stand auf Platz 19 der Parteiliste.

Torsten Warnecke (SPD)

Bereits zum vierten Mal ist Torsten Warnecke aus Bad Hersfeld in den Landtag gewählt worden. Er verteidigte sein Direktmandat im Wahlkreis Hersfeld mit 1701 Stimmen Vorsprung vor CDU-Herausforderer Andreas Rey. Als Herzensangelegenheit für die neue Legislaturperiode bezeichnet der 56-Jährige „die Beseitigung der Benachteiligung der Bürger, die in Hessen im ländlichen Raum leben“. Er kündigt zudem als eines der ersten großen Themen an, „dass die SPD-Landtagsfraktion einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Straßenbeiträge in den Landtag einbringen wird.“

Lena Arnoldt (CDU)

Auch Lena Arnoldt aus Germerode (Werra-Meißner-Kreis) ist in Wiesbaden keine Unbekannte. Die 36-Jährige, die sich im Wahlkreis Rotenburg knapp gegen Karina Fissmann durchgesetzt und zum ersten Mal seit Angelika Scholz (2003) das Direktmandat für die CDU geholt hat, kam 2014 als Nachrückerin in den Landtag. Bei den Verhandlungen zum neuen Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen saß die 36-Jährige mit am Verhandlungstisch. Sie war für die Arbeitsgruppe Umwelt, ländlicher Raum und Landwirtschaft zuständig. „Ich freue mich am meisten auf die Zusammenarbeit mit den Grünen“, sagt Arnoldt, die „aufgrund der Mehrheitsverhältnisse eine spannende Legislaturperiode“ erwartet. In welchen Ausschüssen sie sitzt, steht noch nicht fest.

Kaya Kinkel (Grüne)

Kaya Kinkel, die im Wahlkreis Hersfeld 11,3 Prozent holte und über die Landesliste erneut nach Wiesbaden kommt, weiß hingegen schon, in welchen Ausschüssen sie künftig arbeiten wird: Im Wirtschafts- und dem neu gegründeten Digitalausschuss. Die 31-Jährige aus Hönebach wird zudem energiepolitische und wirtschaftspolitische Sprecherin der hessischen Grünen. Worauf sie sich am meisten freut? „Dass wir endlich die Projekte umsetzen können, für die wir bei den Koalitionsverhandlungen gekämpft haben“, sagt sie. Unter anderem hat sich Kinkel auf die Agenda geschrieben, den Breitbandausbau voranzutreiben und kleine und mittelständische Unternehmen dazu zu bewegen, „nachhaltiger zu handeln“. Ebenso liege ihr die Energiewende am Herzen. „Ich setze mich dafür ein, dass der Strom bis zum Jahr 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien kommt“, sagt sie.

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