Auch unsichere Autofahrer kosten Rettungskräfte wichtige Zeit

Gaffer sind Gefahr für Unfallopfer und Retter

Hersfeld-Rotenburg. Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste im Kreis sehen sich bei Einsatzfahrten vermehrt brenzligen Situationen ausgesetzt. Schaulustige, aber zum Teil auch unsichere Autofahrer in der Nähe von Unfallorten behindern die Rettungskräfte und gefährden so die Gesundheit der Verletzten.

„Kollegen beobachten immer mehr Gaffer, sogar auf der Autobahn“, sagt Polizeisprecher Manfred Knoch. „Sie sind vom fließenden Verkehr abgelenkt und bremsen ruckartig, was das Risiko von Auffahrunfällen steigert, Helfer zum Ausweichen zwingt und diese so wichtige Zeit kostet.“

Bedenklich sei zudem, dass manche Gaffer das Smartphone zum Fotografieren oder Filmen zückten. „Niemand will verletzt irgendwo im Internet auftauchen oder auf diesem Weg erfahren, dass ein Angehöriger einen Unfall hatte“, sagt Knoch.

Doch führe ebenso oft die Überforderung von Autofahrern zu Problemen an unübersichtlichen Unfallstellen. „Viele Leute bremsen ab und bleiben einfach stehen. Das geht mitten auf der Straße nicht“, erklärt Knoch. Er empfiehlt, die Geschwindigkeit zu verringern, möglichst weit rechts zu fahren und eine geeignete Stelle zum Anhalten auszuwählen – zum Beispiel einen Parkplatz.

Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar bestätigt, dass es bei jedem Feuerwehreinsatz Schaulustige gibt, insbesondere bei Verkehrsunfällen. Viele Gaffer seien beim Brand des Sägewerks Hahn in Rotenburg im Mai 2013 vor Ort gewesen. Zu Behinderungen komme es aber vor allem wegen unsicherer Autofahrer – laut Dittmar bei fast allen Einsätzen.

Das sei auch für Fahrer von Rettungswagen ein Ärgernis, schildert René Kempf, stellvertretender Rettungsdienstleiter des DRK-Kreisverbandes Bad Hersfeld. „Wir rechnen mit den Situationen und denken mit. Kleinere Blechschäden hat uns das aber schon eingebracht“, sagt er. ZUM TAGE HINTERGRUND, Seite 3

Von Florian Künemund

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