Gasausbruch in Unterbreizbach

Grubenunglück mit drei Toten: Ermittlungen eingestellt

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Der Tag danach: Neben dem Eingangsbereich zum K+S-Standort Unterbreizbach waren im Gedenken an die drei Opfer Blumen und Kerzen aufgestellt worden. 

Die Staatsanwaltschaft in Meiningen hat Ermittlungen zum Grubenunglück mit drei Toten am K+S-Standort Unterbreizbach vor gut sechs Jahren endgültig eingestellt. 

Im thüringischen Bergwerk des Kasseler Kalikonzerns K+S waren am 1. Oktober 2013 im Gefolge eines riesigen Gasausbruchs drei Bergleute in 700 Metern Tiefe erstickt. Nach einer Routinesprengung zur Kali-Gewinnung in der Grube war damals explosionsartig eine gewaltige Menge Kohlendioxid (CO2) aus dem Salz freigesetzt worden. 

40 Mio. Kubikmeter des Gases tobten wie ein Sturm sieben Kilometer weit durch Strecken und Schächte. Technik unter Tage, etwa Förderbänder, wurde dabei einfach weggefegt. Die Ende 2014 schon einmal eingestellten Ermittlungen wurden nach Jahren wieder aufgenommen. Als Beschuldigte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung galten sechs verantwortliche Mitarbeiter des Unternehmens K+S sowie zwei Bedienstete der Thüringer Bergbehörde. 

Keinen Nachweis für Schuld der Verantwortlichen

Anlass für neue Nachforschungen soll eine anonyme Anzeige gewesen sein, die über Thüringens Landeskriminalamt einging. Nach Prüfung auch eines Gutachtens zum Grubenunglück von 2013 geht der Fall Unterbreizbach aus staatsanwaltlicher Sicht jetzt erneut zu den Akten. Bei den vier Verantwortlichen für die Betriebspläne im Berg gebe es keinen Nachweis, dass ihr Verhalten ursächlich mit dem Tod der drei Bergleute in Zusammenhang zu bringen sei, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

An der Stelle zu sprengen, wo damals gesprengt wurde, sei mit Blick auf CO2-Einschlüsse riskant gewesen. Dafür habe das Gutachten Anhaltspunkte gegeben. Die vier hierfür zuständigen Leute hätten aber nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, so die Meininger Anklagebehörde. Eine möglicherweise vorwerfbare geringe strafrechtliche Schuld läge am unteren Rand der Fahrlässigkeit. Diese Verfahren seien mit Zustimmung des Gerichts eingestellt worden, so der Sprecher weiter. 

Quelle: Hersfelder Zeitung

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