Ein Mitarbeiter der Firma Giebel tot, drei schwer verletzt

Gasexplosion in Ludwigshafen: Bauarbeiter kommen aus Eiterfeld

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Unglück: Bei der schweren Gasexplosion in Ludwigshafen ist am Donnerstagnachmittag ein Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Drei weitere Bauarbeiter erlitten schwerste Verletzungen. Bei den Opfern soll es sich um Mitarbeiter der Eiterfelder Baufirma Giebel handeln. An dem abgerissenen Baggerarm ist die Aufschrift Giebel zu lesen.

Eiterfeld/Ludwigshafen. Nach der schweren Gasexplosion in Ludwigshafen herrscht auch in Eiterfeld tiefe Betroffenheit. Bei vier der Opfer der Explosion im Ludwigshafener Stadtteil Oppau vom Donnerstagnachmittag handelt es sich nach Informationen unserer Zeitung um Mitarbeiter der Eiterfelder Baufirma Giebel.

Ein Lkw-Fahrer, vermutlich polnischer Staatsbürger, wurde durch die Wucht der Detonation getötet. Drei seiner Kollegen erlitten schwerste Verletzungen und Verbrennungen. Zwei von ihnen sollen noch in Lebensgefahr sein.

Die Geschäftsleitung des Eiterfelder Bauunternehmens wollte sich am Tag nach dem Unglück nicht äußern. Auch die Pressestelle des Auftraggebers, der Kasseler Gastransportfirma Gascade, einem Gemeinschaftsunternehmen von BASF und dem russischen Gazprom-Konzern, gab auf Anfrage keine Auskunft.

Der Bautrupp hatte zur Unglückszeit im Bereich einer Hochdruckgasleitung gearbeitet. In den vergangenen Tagen war die Leitung mit einem Inspektionsgerät untersucht worden. Am späteren Unglücksort sei dabei nach den Worten von Ludwigshafens Feuerwehrchef Peter Friedrich ein Problem aufgetreten.

Die Mitarbeiter der Firma Giebel hätten daraufhin die Leitung freigelegt und rund um die Baustelle Spundwände eingezogen. Dabei sei es aus bislang unbekannten Gründen zu der Explosion gekommen. Die Leitung sei vor den Arbeiten nicht stillgelegt worden, weil sie sonst hätte geleert werden müssen.

Bei der Explosion ist auch ein 25 Tonnen schwerer Bagger der Baufirma Giebel umgestürzt. Foto: dpa

Die Unglücksstelle war von den Einsatzkräften im Umkreis von 300 Metern abgeriegelt worden. 38 Häuser und 80 Autos sind beschädigt worden.

Staatsanwalt ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat die Ermittlungen aufgenommen. Es müsse geprüft werden, ob es Anhaltspunkte für ein eventuelles Fehlverhalten der Beteiligten gebe und ob sie gegen konkrete Vorschriften verstoßen hätten, sagte Jürgen Schmitt, Präsident des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Die Ermittlungen seien sehr umfangreich, deshalb gebe es weitere Erkenntnisse wohl erst im Laufe der kommenden Woche.

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