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Gastronomen unter Druck: Energie- und Personalkosten steigen

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Von: Carolin Eberth

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Gastronomie in der Krise: Da hat selbst der Cappuccino nichts zu Lachen.
Gastronomie in der Krise: Da hat selbst der Cappuccino nichts zu Lachen. © Foto: NGG/Alireza Khalili/nh

Erst hat die Coronapandemie die Gastronomie stark gebeutelt. Und auch jetzt blickt die Branche wieder mit Sorge Richtung Winter. Diesmal sind es jedoch nicht die Infektionszahlen, sondern die gestiegenen Energiekosten.

Hersfeld-Rotenburg – Auch der erhöhte Mindestlohn, Lebensmittelpreise und Personalmangel stellen die Betriebe im Kreis vor große Herausforderungen, wie Holger Reichenauer, Dehoga-Vorsitzender des Kreisverbandes Waldhessen, mitteilt.

70 Prozent aller Gastronomen in Hessen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, das ist das Ergebnis einer neuen Dehoga-Umfrage, sagt Reichenauer. Denn in Zukunft würden vermutlich auch die Gäste beim Ausgehen sparen.

„Das Schwierigste an der Situation ist sicherlich, dass man in vielerlei Hinsicht nicht mehr machen kann, als auf Sicht zu fahren. Belastbare Planungen sind nahezu unmöglich, auch weil keiner weiß, wie sich die Energiepreise tatsächlich in naher Zukunft darstellen“, sagt der Bad Hersfelder Hotelier Achim Kniese.

„Viele Jahre konnten wir uns auf günstige Preise im Energiesektor verlassen. Dass das nicht mehr so weiter gehen konnte, war mir schon lange klar. Daher setzen wir im Schlosshotel mittlerweile auf hybride Heizungsformen aus Fotovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerken, künftig Wärmepumpen und im Spitzenlastbereich auch weiterhin noch auf Gas“, berichtet Hotelier Markus Göbel aus Friedewald.

Die finanziellen Belastungen wirken sich natürlich auch auf die Kunden aus. „Wir haben viele Feriengäste als Kunden. Die sind zum Teil bereit, mehr zu zahlen. Bei Gästen aus der Region merkt man aber bereits jetzt einen Rückgang der Gästezahlen. Manche geben deutlich mehr Trinkgeld, mit dem Hinweis, dass sie uns unterstützen möchten. Andere kommen trotz bekannter Krise mit mehrere Jahre alten Gutscheinen nach dem Motto schnell Einlösen, bevor es den Betrieb nicht mehr gibt“, erzählt Marc von Baumbach, Nachfahre des Erbauers der Tannenburg in Nentershausen, Architekt und Vorsitzender des Vereins der Freunde des Tannenberg.

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