Meisten bleiben bei 3G-Standard

Gastronomie und Hotellerie in Hersfeld-Rotenburg: „Akzeptanz für 2G bröckelt“

Das Foto zeigt Holger Reichenauer, Kreisvorsitzender von Dehoga Waldhessen und Restaurantleiter, im Posthotel Rotenburg.
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Die Angst vor Auseinandersetzungen mit den Gästen und schlechten Bewertungen hält viele Gastwirte und Hotelbetreiber im Landkreis Hersfeld-Rotenburg davon ab, die 2G-Regel einzuführen, sagt Holger Reichenauer vom Branchenverband Dehoga. Unser Archivfoto zeigt den Restaurantleiter im Rotenburger Posthotel.

Gastronomen und Hoteliers dürfen seit Mitte September entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene (2G) in ihre Lokalitäten lassen. In Hersfeld-Rotenburg ist die Tendenz klar.

Hersfeld-Rotenburg – 2G? Oder doch bei 3G bleiben? Diese Frage stellt sich Gastronomen und Hoteliers in Hessen seit Mitte September. Um die 2G-Regel nutzen zu können, muss auch das Personal vollständig geimpft sein. Im Gegenzug können die Corona-Einschränkungen wie etwa Maskenpflicht und Abstandsregel gelockert werden.

„Die Akzeptanz für 2G bröckelt, im Kreis Hersfeld-Rotenburg, aber auch in ganz Hessen“, sagt Holger Reichenauer, der Dehoga-Vorsitzende des Kreisverbandes Waldhessen. Er zieht seine Informationen auch aus einer Umfrage des Verbands für Hoteliers und Gastronomen (siehe Hintergrund). Gründe für die Ablehnung seien, dass in manchen Lokalen nicht alle Mitarbeiter geimpft sind, Familien mit Kindern durch 2G ausgeschlossen werden und die Angst vor Auseinandersetzungen mit Gästen, vor schlechten Bewertungen und Anfeindungen.

„Ich kenne bisher nur ganz wenige Betriebe, die auf 2G umgestiegen sind“, sagt Reichenauer. Wenn die Außenbereiche wetterbedingt schließen müssen, könnten eventuell weitere dazukommen. „Für kleinere Gasthäuser lohnt es in gewissen Fällen sonst gar nicht, zu öffnen, da bei der 3G-Regel pro Gast fünf Quadratmeter Fläche eingeplant werden müssen.“

Dehoga-Umfrage: Nur elf Prozent für 2G

Die jüngste Dehoga-Umfrage in Hessen kommt zu dem Ergebnis, dass sich vor drei Wochen noch 40 Prozent für 2G ausgesprochen haben – mittlerweile seien es nur noch 11 Prozent. Die meisten Befragten gaben an, dass sie aus sozialen Beweggründen beim 3G-Standard bleiben würden. Dehoga Hessen hatte über 600 Betriebe aus allen Bereichen von Hotellerie und Gastronomie befragt. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gehören dem Verband 100 Betriebe an.

Hotelier Achim Kniese, der mehrere Hotels in Bad Hersfeld betreibt, findet es unsäglich, dass die Politik die Verantwortung wieder einmal abgewälzt und die Branche der Gastronomie damit allein gelassen habe. „Wir können gar nicht anders als 3G, da für 2G auch alle Mitarbeiter diesen Status haben müssten und wir darauf keinen Einfluss haben. Unabhängig davon möchte ich unseren Mitarbeitern den Ärger mit den Gästen nicht zumuten, den der 2G-Status mit sich bringen würde“, sagt Kniese.

Ähnlich sieht das auch Thorsten Rehs, Inhaber des Hessischen Hofs in Bebra. Er wird vorerst auch beim 3G-Standard bleiben, weil er keine Gäste ausschließen möchte: „Gerade in dieser Zeit, in der die Menschen nach Freude und Ausgehen lechzen.“ (Carolin Eberth)

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