Kirchheimer Dreieck

Ungewöhnliche Ladung kaum gesichert: Polizei stoppt Lkw auf A7

Die Autobahnpolizei Bad Hersfeld kontrolliert einen Sattelzug mit mangelhaft gesicherter Ladung, darunter zwei teilweise demontierte Pistenraupen.
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Abenteuerlich gestapelte Ladung: Für den Fahrer eines Sattelzugs mit zwei Pistenraupen auf der Ladefläche war die Fahrt am Donnerstag am Kirchheimer Dreieck zu Ende.

Die Polizei stoppte einen LKW auf der A7. Seine ungewöhnliche Ladung stellte ein erhebliches Risiko für den gesamten Verkehr dar. 

  • Polizei kontrolliert LKW auf der A7
  • Die ungewöhnliche Ladung war nur unzureichend gesichert
  • Der Polizei fiel der LKW direkt durch die „hüpfende" Ladung auf

Kirchheim - Kaum gesicherte, tonnenschwere Schubschilde und Pistenraupen, die regelrecht auf und ab hüpften: Die Polizei hat am Mittwoch (02.09.2020) einen LKW auf der Autobahn A7 gestoppt.

Der Sattelzug mit offenem Anhänger fiel einer Streife der Schwerverkehrsüberwachung der Autobahnpolizei Bad Hersfeld gegen 10 Uhr am Kirchheimer Dreieck auf. Laut Bericht sei auf den ersten Blick erkennbar gewesen, dass „eine konkrete Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer“ bestünde.

Auf dem Anhänger waren zwei zum Teil demontierte Pistenraupen verladen. „Ohnehin eine recht ungewöhnliche Ladung für Ende August“, heißt es im Bericht der Autobahnpolizei. Die demontierten Raupenketten, die Schubschilder und weiteres Zubehör der beiden Pistenfahrzeuge wurden abenteuerlich gestapelt auf dem überfüllten Anhänger transportiert.

LKW auf der Autbahn A7: Polizei - Sicherung war „nahezu nutzlos“

Laut Polizei war bereits die Sicherung der beiden Pistenraupen mangelhaft. An den beiden Fahrzeugen waren keine geeigneten Befestigungspunkte für das verwendeten Ladungssicherungsmaterial vorhanden. Zudem waren die Raupenfahrzeuge auf ihren einzelradgefederten Kettenrädern auf der Ladefläche des Anhängers des LKW abgestellt und dabei lediglich oberhalb der sogenannten gefederten Masse gesichert.

Das hatte zur Folge, dass die Pistenraupen während der Fahrt auf der A7 bei Unebenheiten und in Kurven deutlich erkennbar mehrere Zentimeter auf- und abfederten. Die angelegte Sicherung war daher nahezu nutzlos.

Auf den Hilfsladeflächen der beiden sich bewegenden Raupen waren zusätzlich zwei zusammengerollte Gummiketten mit einem Gewicht von jeweils etwa 500 Kilogramm abgestellt - der Versuch der Ladungssicherung endete bei jeweils einem Gurt. Auch diese Ketten hatten sich laut Polizei bei der Fahrt bereits sichtbar bewegt und drohten herabzufallen.

Auf dem Hänger wurden außerdem vier Metallketten (Gewicht: jeweils etwa 800 Kilogramm) transportiert, die ebenfalls nicht ausreichend gesichert wurden und zum Teil deutlich über die Kettenrollen hinausragten.

Polizei auf der A7: Scharfkantige und tonnenschwere Schubschilde waren mangelhaft gesichert

Das höchste Gefahrenpotenzial des Transportes sei jedoch eindeutig von den jeweils gut eine Tonne schweren Schubschilden der Pistenraupen ausgegangen, die auf die mangelhaft gesicherten Kettenrollen aufgelegt worden waren. Befestigt waren sie mit zwei Spanngurten sowie einer unbefestigten Konstruktion aus Paletten und Kanthölzern.

Die scharfkantige Schubschilde - Gewicht: jeweils rund eine Tonne - lagen auf der abenteuerlich gestapelten Ladung auf.

„Durch ein während der Fahrt sichtbar eingetretenes Verschieben der Kanthölzer, durch Brüche der als Unterbau verwendeten Paletten und durch ein Setzen der Ladung lagen die verwendeten Gurte nur noch lose auf der Ladung auf und wiesen zum Kontrollzeitpunkt keine Spannung mehr auf“, heißt es von der Polizei auf der Autobahn A7.

Bereits eine stärkere Bremsung oder ein Ausweichmanöver, selbst eine größere Fahrbahnunebenheit oder eine engere Kurve, hätten laut den Beamten zu einem Herabfallen der mehr als vier Meter über Fahrbahnniveau verladenen Schubschilde führen können.

LKW-Fahrer: Pistenraupen kommen in der Landwirtschaft zum Einsatz

Die Weiterfahrt wurde durch die Polizei untersagt. Außerdem wurden eine Teilentladung des Hängers sowie eine vorschriftsmäßige Sicherung der verbliebenen Ladung angeordnet.

Gegen den Fahrer, den Halter und den Verlader des Transportes wurden Bußgeldverfahren eingeleitet. Diese ziehen laut Polizei jeweils ein Bußgeld im dreistelligen Bereich sowie einen Punkteeintrag im Verkehrszentralregister nach sich.

Der Fahrer gab gegenüber der Streife an, dass Pistenraupen außerhalb des Winters oftmals im Bereich der Landwirtschaft zum Einbringen und Verdichten von Maislagen in Freisilos Verwendung finden. Die geforderten Umlade- und Sicherungsarbeiten dauerten einen Tag. Nötig waren unter anderem ein LKW mit einem Kran.

Polizei kontrolliert LKW auf der A7: Nicht nur die Ladung kann zum Problem werden

Auf der A7 bei Kassel wurde Mitte Juli diesen Jahres ein LKW von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Der Grund war hierbei nicht die Sicherung der Ladung.

Sehr wohl um Ladung ging es bei einem Unfall auf der A7 nahe Melsungen. Hier hat ein LKW eine Getränkelieferung in der Auffahrt verloren. (luc)

Video: skurrile Ladung nach Brand auf der A3 untwegs - Polizei im Einsatz

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