Gut gehobelt: Verein hilft jungen Menschen bei der Ausbildung

Feinarbeit am Holz: Anna-Maria Mazur (links) und Hazot Saleh Jimmie (Bildmitte mit der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Kuenholz) arbeiten an Verzinkungen. Efrem Fesehaye Ogbageorgis (rechts) schmirgelt an einem Holzbein Foto: nh

Friedlos. „Es macht richtig Spaß, mit Holz zu arbeiten“, sagt die 20-Jährige, man könne daraus so viel machen, strahlt sie. Anna-Maria Mazur lernt Tischlerin. Im vergangenen Jahr konnte sie Holz als Werkstoff auf der Lehrbaustelle der Kreishandwerkerschaft kennenlernen. Zufrieden ist sie besonders mit ihrem selbst gebauten Nachtschrank und einem Regal mit Schubladen. Wie aus eckigem Kantholz ein schönes gehobeltes Stuhlbein wird, lernt jetzt seit Anfang September in der Holzwerkstatt der VIA in Friedlos.

Der Verein zur Integration von Arbeitskräften (VIA) hilft Jugendlichen und jungen Erwachsenen, im Auftrag des Kreises, eine Berufsausbildung zu erreichen. Die Auszubildenden erhalten Arbeitslosengeld 2, sind zum Teil alleinerziehend oder Flüchtlinge.

„Mit der geförderten Ausbildung ermöglichen wir jungen Erwachsenen eine Zukunftsperspektive, die ihnen auf dem freien Markt so nicht geboten werden kann“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Die Finanzierung der Ausbildungen wird über das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und Gelder des Bundes ermöglicht. Im ganzen Kreis werden derzeit 40 Ausbildungen gefördert. 13 davon begannen im Herbst 2016.

„Wir haben inzwischen jedes Jahr eine Frau dabei, die die Ausbildung zur Tischlerin absolviert“, erzählt Ursula Winterling sichtlich stolz. Die 58-Jährige ist für die Betreuung und Unterstützung der Auszubildenden verantwortlich. „Diese Ausbildungen finden in einem geschützteren Rahmen statt, oft sind Teilnehmer vor Beginn der Ausbildung nicht für den ersten Arbeitsmarkt geeignet“, sagt sie.

Erst kürzlich sind vier junge Mütter in Teilzeit in die Ausbildung gestartet, die aufgrund der Erziehung ihres Kindes bisher keine Ausbildung aufnehmen konnten. Vier weitere junge Erwachsene mit Migrationshintergrund haben in Vollzeit ihr erstes Ausbildungsjahr begonnen.

Bei Werkstattleiter Martin Zulauf lernen Mazur und die beiden jungen Eritreer Efrem Fesehaye Ogbageorgis und Hazot Saleh Jimmie die Grundlagen der Arbeit mit dem Holz: Verbindungen, Verzinkungen, den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen. Wie sie richtig stemmen, sägen, schleifen, hobeln und pfeilen. Vorher haben die beiden Männer bei der VIA ein Praktikum gemacht und werden jetzt zu Fachkräften für Holzverarbeitung ausgebildet. „Ab dem ersten Lehrjahr arbeiten alle Auszubildenden auch aktiv an Aufträgen mit“, sagt Zulauf.

Marwa Aldyab ist 22 Jahre jung und lernt bei und im Büro der VIA Büromanagement. Sie sagt: „Ich bekomme viel Hilfe von den Kollegen und die wollen Arabisch lernen: Sabah Alkier! Das heißt Guten Morgen.“ (red/lad)

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