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Fotos zeigen Vergewaltigung: 23-Jähriger verbreitet Bilder mit Kinderporno-Inhalten

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Von: Daniel Göbel

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Kinderporno-Prozess in Bad Hersfeld: Für den Besitz und die Verbreitung ist ein Mann verurteilt worden.
Kinderporno-Prozess in Bad Hersfeld: Für den Besitz und die Verbreitung ist ein Mann verurteilt worden. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Weil er kinderpornografische Fotos besessen und verbreitet hat, ist ein 23-Jähriger in Bad Herfsfeld verurteilt worden.

Bad Hersfeld – Ein 23 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde am Dienstag (15. November) vor dem Schöffengericht in Bad Hersfeld wegen der Verbreitung und dem Besitz kinderpornografischer Fotos zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Aufgrund einer günstigen Sozialprognose, von dem das Gericht bei dem Angeklagten ausgeht, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Urteil in Bad Hersfeld: Der Verurteilte zeigt sich geständig – Kinderpornos über Skype verbreitet

Der 23-Jährige, der als Verlademitarbeiter über eine Zeitarbeitsfirma arbeitet, gestand zu Beginn der Verhandlung am Amtsgericht die ihm zur Last gelegten Taten voll ein. Demnach habe der Mann insgesamt 1002 Bilddateien mit kinderpornografischen Inhalten besessen und diese in drei Fällen an unbekannte Personen über den Messenger Skype verbreitet.

Die Bilder zeigten zum Teil Kinder unter 14 Jahren, in einigen Fällen posieren sie nackt, in anderen Fällen zeigten die Bilder auch sexuelle Handlungen von den Kindern durch Erwachsene.

Bad Hersfeld: Mann hat selbstständig nach einer Therapie gesucht

„Das stimmt so, ja“, sagte der Mann schmallippig nach der Verlesung der Anlage. Er sei damals auf der Suche nach Chatmöglichkeiten auf eine App gestoßen, die er ab diesem Zeitpunkt genutzt habe. Diese funktioniere ähnlich wie Whatsapp. Ungefragt habe er dann entsprechende Bilder zugeschickt bekommen. Dabei habe er festgestellt, dass er bei Bildern mit jungen Mädchen nicht abgeneigt gewesen sei, zuvor habe er eine solche Neigung bei sich aber nicht festgestellt.

Auf die Frage des Gerichts, warum er die Bilder nicht an die Polizei weitergeleitet habe, sagte der 23-Jährige, dass er sich sein Verhalten nicht erklären könne. Er habe sich keine Gedanken darüber gemacht, wie alt die Personen auf den Bildern gewesen seien. Nachdem ihm Ermittler auf die Schliche gekommen waren, habe er versucht, einen Therapieplatz zu bekommen, dies sei für ihn aufgrund von Schichtarbeit zeitlich aber nicht möglich gewesen.

Strafmaß: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren

Das konnte weder das Gericht noch den Rechtsanwalt des Angeklagten überzeugen. „Ihnen ist die Tragweite offenbar nicht ganz klar“, wandte er sich an seinen Mandaten. „Was auf den Bildern zu sehen ist, ist zum Teil Vergewaltigung an Kindern, das muss Ihnen klar sein.“ Er sei maximal unglücklich, dass sich sein Mandant bislang nicht ernsthaft um einen Therapieplatz gekümmert habe. Er hoffe, dass sich durch den Druck der Bewährungsauflagen ein größeres Problembewusstsein bei seinem Mandanten entwickele.

Der Angeklagte wurde vom Schöffengericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Der Strafrahmen für den Besitz von kinderpornografischen Bildern liegt zwischen einem und fünf Jahren Freiheitsstrafe. Für das Verbreiten von Kinderpornografie liegt der Strafrahmen bei einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten bis fünf Jahre. (Daniel Göbel)

Zuletzt verurteilte das Gericht in Bad Hersfeld einen Mann wegen des Besitzes von Rauschmitteln.

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