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Gericht plagen Personalsorgen: Entscheidung über Windpark Nentershausen/Wildeck noch nicht in Sicht

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Von: René Dupont

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Umstrittenes Projekt: Diese Fotomontage zeigt die geplanten Anlagen des Windparks Nentershausen/Wildeck vom Rast- und Aussichtspunkt Hohe Süß oberhalb des Nentershäuser Ortsteils Süß aus. Der Rastplatz liegt am Premiumwanderweg P18 Tannenburg.
Umstrittenes Projekt: Diese Fotomontage zeigt die geplanten Anlagen des Windparks Nentershausen/Wildeck vom Rast- und Aussichtspunkt Hohe Süß oberhalb des Nentershäuser Ortsteils Süß aus. Der Rastplatz liegt am Premiumwanderweg P18 Tannenburg. © Fotomontage: abowind/nh

Die Auseinandersetzung um den geplanten Windpark Nentershausen/Wildeck wird auf der juristischen Ebene ausgetragen.

Nentershausen/Wildeck – Seit zweieinhalb Jahren liegt die Klage der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind auf dem Tisch des Verwaltungsgerichts Kassel. Doch die Windkraftplaner und die Initiative, die sich gegen die geplanten Anlagen wehrt, müssen sich weiter in Geduld üben. Eine Entscheidung des Gerichts ist noch immer nicht in Sicht, da das Verwaltungsgericht Kassel nach eigenen Angaben völlig überlastet ist.

„Im Laufe des Jahres 2022 haben die Beteiligten nochmals umfangreiche Schriftsätze zum Verfahren eingereicht und jeweils Stellung genommen“, teilt Stefanie Lohr, die Richterin und Pressesprecherin am Verwaltungsgericht Kassel ist, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der aktuelle Verfahrensstand sei nun, dass die wesentlichen Argumente schriftlich ausgetauscht worden sein dürften.

Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts beabsichtigt, dieses Verfahren zu verhandeln und zu entscheiden. Einen konkreten Termin für eine mündliche Verhandlung kann das Gericht „derzeit bedauerlicherweise nicht nennen“, betont die Pressesprecherin. Dies liege zum einen an der schwierigen personellen Situation der 7. Kammer und des Verwaltungsgerichts Kassel insgesamt. In den letzten Monaten musste das Gericht nach eigenen Angaben mit zahlreichen personellen Abgängen klar kommen – Eintritte in den Ruhestand, Beförderungen, Abordnungen, Mutterschutz und Elternzeit.

Als weiteren Grund für die erhebliche Verzögerung des Verfahrens nennt das Gericht, dass in der 7. Kammer noch einige ältere Verfahren anhängig sind, insbesondere auch weitere ältere Immissionsschutzverfahren, die Windenergieanlagen betreffen. „Diese dürften vorrangig zur Entscheidung anstehen“, betont Pressesprecherin Stefanie Lohr.

Gegen die Ablehnung von sechs Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Gemeinden Nentershausen und Wildeck hatte der Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind im Juni 2020 Klage beim Verwaltungsgericht Kassel eingereicht. Das Regierungspräsidium Kassel hatte den Genehmigungsantrag Mitte Mai 2020 abgelehnt.

Die Bürgerinitiative „Rettet das Richelsdorfer Gebirge“ lehnt die Pläne unter anderem aus Naturschutzgründen ab. „Die Veränderung im Landschaftsbild wird viel dramatischer sein als wir es uns heute vorstellen können“, betont die Initiative. „Unser spezieller Standort ist ein schützenswerter Natur-Lebensraum.“ Abo Wind will an dem Projekt im Bereich Nentershausen und Wildeck festhalten, um „Windparks langfristig zu betreiben und eine zukunftssichere Stromversorgung aufzubauen“, so das Unternehmen. Die Anlagen sollen eine Gesamthöhe von 240 Metern haben. (René Dupont)

Informationen der Bürgerinitiative und der Windkraftplaner gibt es im Internet unter:
richelsdorfergebirge.de und abo-wind.com/de/info-center/projekte

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