Tag des offenen Denkmals: Sandsteinmuseum Kloster Cornberg zieht viele Besucher an

Geschichte hautnah erleben

Das Sandsteinmuseum Kloster Cornberg beim Tag des offenen Denkmals: Skulpturen und verschiedene Gegenstände aus Sandstein werden von Renate Simon vorgestellt. Foto: Vöckel

Cornberg. Das Kloster Cornberg war am Tag des offenen Denkmals ein Anziehungspunkt für Besucher. Im Westflügel des historischen Gebäudes hatten Interessierte Gelegenheit, sich im Museum über die Geschichte und die handwerkliche Verarbeitung des Cornberger Sandsteins zu informieren.

„Durch den hohen Anteil von Quarzit ist der Cornberger Sandstein sehr hart, polier- und schleiffähig“, klärte die Vorsitzende vom Heimat- und Verkehrsverein Cornberg, Renate Simon, die Besucher über das in unserer Region einzigartige und sehr begehrte Gestein auf. Gebildet habe sich der Cornberger Sandstein in der Perm-Zechsteinzeit vor ungefähr 250 Millionen Jahren. Abgebaut werde das Material im Steinbruch hinter dem Kloster seit dem Mittelalter. 1995 war damit Schluss. Das Abbauunternehmen stellte den Betrieb ein. Der Steinbruch ging in den Besitz der Gemeinde Cornberg über. Die nutzt ihn heute als Lern- und Kulturort für vielfältige Veranstaltungen.

Material für Grabmale

Seit 1995 gibt es den Cornberger Sandstein nicht mehr zu kaufen. „Liebhaber des Gesteins und Steinmetzbetriebe haben sich aber bestimmt reichlich mit dem Material eingedeckt“, sagt die Museumsleiterin. Denn es werden immer noch Grabmale aus polierten Cornberger Standstein auf den Friedhöfen aufgestellt.

Das Gewinnen und Verarbeiten von Steinen war lange Zeit reine Handarbeit, die körperliche Kraft und handwerkliches Geschick erforderte. Das wird an Beispielen und auf Schautafeln im Sandsteinmuseum gezeigt. Im Steinbruch wurden Blöcke abgebaut und noch vor Ort verarbeitet. Es entstanden unbehauene Bruchsteine für Mauerwerk, aus denen auch die Klostergebäude errichtet wurden. Weitere Einsatzbereiche von Cornberger Sandstein waren Fundamente von Fachwerkhäusern und Scheunen, Wege, Treppen, Grabmale, Taufbecken und Altäre. Der harte Stein wurde auch für Mahl- und Schleifsteine oder Viehtröge verwendet. Anders als die meisten Sandsteine ist der Cornberger fein zu schleifen und zu polieren. Das ergab widerstandsfähige Bodenbeläge, wie im alten Eingangsbereich des Kreiskrankenhauses in Rotenburg zu sehen ist.

Auch Künstler schätzen den Stein. Im Museum sind einige Arbeiten ausgestellt. Durch seine Härte ist der Cornberger Sandstein aber nicht gerade einfach zu bearbeiten – eine Herausforderung für Handwerker und Künstler.

Führung für Besucher

Am Tag des offenen Denkmals gab es im Cornberger Sandsteinmuseum neben den Erläuterungen der Ausstellungsbereiche noch eine Führung für Besucher und eine Mal-Aktion für Kinder. Zu sehen waren zudem Ausstellungen zu 20 Jahre Sandsteinmuseum und Objekte aus Cornberger Sandstein. Das Sandsteinmuseum Kloster Cornberg ist an Sonn- und Feiertagen jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen werden für Gruppen nach telefonischer Absprache angeboten.

Von Herbert Vöckel

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