Vor 30 Jahren begann erstes Studium an Verwaltungsfachhochschule – Heute Festakt

Ein Gesetz als Glücksfall

Jörg-Uwe Hahn

Rotenburg. Ein Glücksfall für Rotenburg war das Gesetz, das der Landtag am 12. Juni 1979 beschlossen hat. Festgeschrieben wurde darin die verwaltungsinterne Ausbildung für das Land Hessen. Was sich trocken anhört, hat für Rotenburg allerdings eine besondere Bedeutung bekommen. Denn das Gesetz ist zugleich so etwas wie die Existenzberechtigung der hiesigen Verwaltungsfachhochschule. Als Folge daraus begannen vor 30 Jahren die ersten Studierenden mit ihrem Studium in Rotenburg.

Prominenz zum Jubiläum

Dieses Jubiläum feiert die Verwaltungsfachhochschule heute mit einem Festakt, zu dem viel politische Prominenz erwartet wird. Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), sein Kabinettskollege Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) und Thüringens Justizminister Dr. Holger Poppenhäger (SPD) sind im Programm als Redner angekündigt.

Dass Poppenhäger nach Rotenburg kommt, ist kein Zufall. Seit 1992 lässt Thüringen seine Rechtspfleger in Rotenburg ausbilden.

Gestiegene Anforderungen

Als die Einheit noch in weiter Ferne war, nahm die Verwaltungsfachhochschule ihre Arbeit auf. „Sie alle sind die ersten Studierenden an der Verwaltungsfachhochschule“, mit diesen Worten begrüßte der Leitende Regierungsdirektor Heinz Ebener die Neuankömmlinge im August 1980. Zum Hintergrund der Verwaltungsfachhochschule schrieb die HNA seinerzeit: „Ausgangspunkt für diese Entscheidung sei die Erkenntnis gewesen, daß die berufliche Qualifikation der Angehörigen des gehobenen Dienstes verbessert werden müsse, um mit den gestiegenen Anforderungen der Praxis besser Schritt halten zu können.“

Gemeint waren damit „Sachkenntnis, analytisches Denken, selbständiges Arbeiten und das Beherrschen moderner Arbeitsmethoden“. Die verwaltungsinterne Ausbildung ermögliche es, sich fachwissenschaftlich zu bilden ohne dabei „die notwendige enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis aufzugeben“. Lernziel sei die „bürgernahe Verwaltung“.

Die Entscheidung, dass angehende Mitarbeiter der Verwaltung ausgerechnet in Rotenburg ausgebildet werden sollten, fiel allerdings früher. Hintergrund war, dass die Landesregierung den ländlichen Raum Nordhessens und die Zonenrandgebiete stärken wollte. Das sagte der frühere Finanzminister Heribert Reitz im August 1973 in seiner Rede, als die Landesfinanzschule ihr 20-jähriges Bestehen feierte. 2006 wurde sie mit der Verwaltungsfachhochschule zum Studienzentrum Rotenburg zusammengelegt.

Für prägend hielt Reitz neben anderen Dr. Josef Durstewitz, früher Leiter der Finanzschule und Staatssekretär im Ministerium. Nicht umsonst ist die Straße, an der das Studienzentrum Rotenburg heute liegt, nach ihm benannt.

Von Claas Michaelis

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