Göttinger Duo "Die Feisten" begeistert im Rotenburger Bürgersaal mit Musik und Wortwitz

Bald Träger des deutschen Kleinkunstpreises: Mathias „C.“ Zeh (links) und Rainer Schacht sind „Die Feisten“. Foto: Ernst

Rotenburg. Eine Bühne, zwei hervorragende Musiker, eine Vielzahl an Musikinstrumenten und jede Menge Spott, Wortwitz, Ironie und Musik: Die Feisten waren am Freitagabend in Rotenburg.

Das Duo besteht aus den gebürtigen Göttingern Rainer Schacht und Mathias „C.“ Zeh. Mit ihrem derzeitigen Programm „Nussschüsselblues“ überzeugten sie im ausverkauften Bürgersaal.

„In Rotenburg sind wir am liebsten“, ließen die beiden gleich zu Beginn charmant verlauten. Dabei schwang in ihrer Aussage feinste Ironie mit. Außerdem wollten die beiden Künstler wissen, ob sich alle Einwohner der Stadt im Bürgersaal eingefunden hätten. So mussten die Fuldastadt und ihre Bewohner für den ein oder anderen Kalauer herhalten.

Doch das Publikum nahm es den sympathischen Künstlern nicht übel. Denn ihre bissigen Spitzen verteilten „die Feisten“ an alle Teile der Gesellschaft und mit einer gehörigen Portion Selbstreflektion auch schonungslos an sich selbst.

Die Lieder schreiben die beiden Künstler alle selbst. Dabei greifen sie auf ein großes Spektrum an Instrumenten zurück: Akustikgitarre, Mandoline, Timple und Perkussion.

Doch auch A-Kapella glänzten sie. In einer gerappten Schlagerparodie „Der Junge mit der Mundharmonika“ nahmen sie das Genre aufs Korn und brachten in Medley-Manier Titel wie „Anita“, „Dschinghis Khan“, und „Der Stern von Mykonos“ unter. Internationales Flair wehte durch den Saal beim Song „Unfortschnittly“, der komplett in „Denglisch“ verfasst ist.

Als ein Höhepunkt präsentierte sich eines ihrer bekanntesten Lieder. Mit dem „Nussschüsselblues“ thematisieren die Musiker Gratis-Snacks in Kneipen, und die damit einhergehenden Gefahren: „Du stellst dir vor, wo die Leute so waren, bevor sie ihre Hände in die Nussschüssel graben“, singen die Feisten. Der bildhafte Text sorgte im Publikum für ekelverzerrte Gesichter und für jede Menge Lacher.

Das entschleunigte Programm der Feisten stellt ein krasses Gegenteil zum hektischen Alltag dar. Durch die stoische Gelassenheit der beiden Protagonisten, ihre musikalische Abstimmung und die Songs entwickelt sich ein besonderes Hörerlebnis.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die beiden Künstler so erfolgreich sind. Bei ihren Touren treten sie auf Kleinkunstbühnen der gesamten Bundesrepublik auf.

Die Qualität der Musiker und ihrer Show wird jetzt geehrt. Im März 2017 erhalten „Die Feisten“ den deutschen Kleinkunstpreis in der Kategorie „Chanson/Lied/ Musik“.

Von Pascal Ernst

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