Der Rotenburger Maler Dr. Eckehard Dworok mag es nicht einfach schön

Mit großem Pinselstrich

Freut sich auf ein interessiertes Publikum. Dr. Eckehard Dworok stellt ab heute in der Kunsthalle des Herz- und Kreislaufzentrums aus. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Das Exakte ist seine Sache nicht – zumindest nicht in der Kunst. Dr. Eckehard Dworok bevorzugt das „flüchtige Malen“, wie er es nennt. Den großen Pinselstrich und durchaus ungewöhnliche Techniken. Seit 2005 widmet er sich seinem künstlerischen Hobby intensiv. Heute, Freitag, wird seine Ausstellung „Vielfalt der Strukturen und Motive“ im Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum eröffnet.

Ein Faible für die Malerei hatte der frühere Lehrer der Beruflichen Schulen Bebra schon immer, erzählt er. Aber so richtig in Fahrt kam die Leidenschaft erst kurz nach seinem 60. Geburtstag, zu dem ihm seine Frau Uta einen Aquarellkurs an der Volkshochschule schenkte. Dorthin ging er zunächst skeptisch, dann sehr angetan von der „interessanten Gruppe“, die sich zusammengefunden hatte, und noch mehr von Lehrer Helmut Scheffer. Den Grafiker kennt man im Landkreis auch durch seine Gestaltung von Ortschroniken. Dworok fand ihn „hervorragend“.

Politische Themen

Allerdings: Ländliche Abbildungen vom idyllischen Leben – „Das war nicht meins“, sagt er. Seine Themen sind eher politisch und auch ambivalent. Da gibt es verfremdete Porträts von historischen Persönlichkeiten wie Graf Stauffenberg oder Hannah Arendt, deren Handeln in manchen Kreisen nicht unumstritten war. Oder es gibt eine Naturszene, ein Landschaftsbild, von klassischer Schönheit, dem der Maler aber einen leicht verstörenden Akzent verpasst. Und es gibt abstrakte Experimente in verschiedenen Techniken sowie verfremdete Landschaftsbilder.

„Ich bin ein Motivsucher“, sagt Dworok von sich. Ein Motiv muss nicht schön sein, kann durchaus auch Angst machen, um sein Interesse zu wecken und zu seiner eigenen Interpretation des Gesehenen zu führen. Er malt in Schüben: mal sechs bis sieben Bilder in einem Monat, dann wieder monatelang gar nicht.

Interpretation erwünscht

Eine eigene Interpretation seiner Bilder wünscht sich der 71-Jährige auch von den Betrachtern. „Ich höre mir gern an, was andere in meinen Bildern entdecken. Das ist spannend, oft überraschend und lehrreich.“ Deshalb will er gern auch Besucher durch seine Ausstellung führen. „Ein Anruf genügt, dann komme ich zum HKZ“, sagt er. 30 Bilder stellt Dworok dort aus, darunter zwölf Großbilder. Er verkauft die Werke natürlich auch.

Ausstellungen sind ein Weg zu den kunstinteressierten Kunden, der wichtigere aber ist die Mund-zu-Mund-Propaganda. Schon häufig hat er in seinem Haus an der Egerländer Straße in Rotenburg Interessierten seine Bilder vorgestellt und verkauft.

Die Ausstellung „Vielfalt der Strukturen und Motive“ ist ab heute, Freitag, 18. März, bis zum 20. Mai täglich von 8 bis 18 Uhr im Diagnostikbereich (Kunsthalle) des Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrums zu sehen

Kontakt: Dr. Eckehard Dworok, Telefon 06623/1303.

Von Silke Schäfer-Marg

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