Großer Windpark bei Alheim: Am Rehkopf wäre Platz für neun Räder

Vorläufige Planungsskizze: An diesen Standorten rund um den Rehkopf bei Licherode könnten bis zu neun Windkraftanlagen Platz finden. Platziert sind sie an bestehenden Lichtungen im Wald, um den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten. Grafik: Stadtwerke-Union Nordhessen

Licherode. Es wäre ein 50-Millionen-Euro-Projekt, das über 13.000 Haushalte mit Strom versorgen kann: Rund um den Rehkopf könnten bis zu neun Windkraftanlagen errichten.

Noch ist das gemeinsame Projekt der Gemeinde Alheim und der Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) in einer vorläufigen Planungsphase. Die Gemeindevertretung hat am Montagabend mit großer Mehrheit eine Kooperationsvereinbarung mit der SUN verabschiedet. Sie ist ein Zusammenschluss von sechs Stadtwerken in Nordhessen - ein „starker regionaler Partner“, lobte Bürgermeister Georg Lüdtke. „Wir stehen noch ganz am Anfang eines Planungsprozesses mit offenem Ausgang“, sagte SUN-Prokurist Lars Rotzsche, der ein offenes, transparentes Planungsverfahren versprach.

Das etwa 500 Meter hohe Plateau rund um den Rehkopf liegt im Dreieck zwischen Licherode, Oberellenbach und Ludwigseck. 170 Hektar groß ist das Vorranggebiet, und wenn es nach Gemeinde und SUN geht, wird es sogar noch größer. Denn in der aktuellen zweiten Offenlegung des Teilregionalplans Energie hat das Regierungspräsidium eine Fläche nicht berücksichtigt, die der Gemeinde gehört.

Derzeit besteht das Vorranggebiet einzig aus Flächen der Landeswaldverwaltung. „Wir möchten nicht, dass Hessen Forst das Gebiet allein entwickelt“, sagte Lüdtke. Würde das Vorranggebiet auch eine Gemeindefläche umfassen, dürfte Alheim bei der Vergabe von Windkraftkonzessionen mitreden. Deshalb will die Gemeinde noch einmal darauf drängen, dass ihr Waldstück im Teilregionalplan berücksichtigt wird.

Und da setzt die Gemeinde auf die Stadtwerke-Union, die auch eine Bürgerbeteiligung an der Wertschöpfung aus den bis zu neun Windkraftanlagen verspricht. Entsprechende Beispiele gebe es schon bei einem SUN-Windpark bei Kassel. „Grüner Strom kann und soll auch am Ort der Herstellung einen wirtschaftlichen Mehrwert für die Menschen bringen“, sagte Lüdtke.

Keine Hasardeure

Ob und in welchem Umfang das Projekt verwirklicht wird, ist aber noch offen. Es gibt Faktoren, die dem entgegenstehen könnten. Rotzsche wollte nicht sagen, ab wann der Windpark unrentabel wird, falls nicht alle neun Windräder der vorläufigen Planung genehmigt werden. Nur so viel: „Wir sind keine Hasardeure.“

Von Marcus Janz 

Welche Faktoren die geplanten Windkraftanlagen verhindern könnten, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.