Kanalsanierung startet

Großprojekt im kleinen Süß

Das Bild zeigt die Hotzelgasse im Nentershäuser Ortsteil Süß
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Der Startschuss für die Kanalsanierung in Süß fällt in Kürze in der Hotzelgasse – einer relativ kurzen Straße in dem Nentershäuser Ortsteil.

Zweimal schon ist das Großprojekt der Kanalsanierung in Süß verschoben worden. Jetzt soll es tatsächlich losgehen. Dazu Fakten in Fragen und Antworten.

Warum wurde das Großprojekt immer wieder verschoben?
Eigentlich sollte das Großprojekt Sanierung der Kanäle und Wasserleitungen in fünf Straßen im Nentershäuser Ortsteil Süß schon 2017 starten. Die Preise liefen aber aus dem Ruder. Deshalb wurden die Ausschreibungen zurückgezogen.
Wie lief die Ausschreibung diesmal?
Diesmal war es wieder ein vernünftiger Wettbewerb, berichtet Armin Hast, der technische Leiter des Bereichs Wasser im Unternehmen Energienetz Mitte. Die Arbeiten führt das Unternehmen im Auftrag des Wasserund Abwasserzweckverbands des Kreises Hersfeld-Rotenburg aus. Drei Bieter gaben Angebote ab. Den Zuschlag erhielt die Firma Laudemann aus Sontra. „Also ein Heimspiel“, sagt Hast.
Wann beginnen die Bauarbeiten?
In Kürze wird eine Anliegerversammlung stattfinden für die Straßen, wo die Arbeiten beginnen. Der Termin für die Versammlung steht noch nicht fest. Die Betroffenen werden angeschrieben, berichtet Bürgermeister Ralf Hilmes. Wegen der Abstandsvorschriften in der Corona-Krise kann nur eine begrenzte Zahl pro Veranstaltung im Bürgerhaus informiert werden. Gleich nach der ersten Versammlung kann es losgehen. Die Anlieger der weiteren Straßen werden dann nach und nach informiert, bevor die Bagger auch dort anrollen.
In welcher Straße beginnen die Arbeiten?
Gestartet wird in der relativ kurzen Hotzelgasse. Dann folgen nach und nach die anderen Straßen, berichtet Hast. Das Großprojekt wird mindestens zwei Jahre dauern. Es soll aber auf jeden Fall in einem Rutsch durchgezogen werden. Wie lang die Arbeiten genau dauern, hängt auch vom Wetter ab. Nach der Hotzelgasse sollen noch nicht sanierte Abschnitte der Weidengasse und Schieferstraße erneuert werden. In dem Arbeitsauftrag steht auch noch ein kleiner Abschnitt der Straße „Hinter der Gasse“. Dort muss aber nur die Wasserleitung erneuert werden. Länger beschäftigen wird sich die Baufirma mit den langen Straßen Am Überloor und Auf dem Überloor. Das ist für 2021 eingeplant. Auf beiden Straßen müssen Kanal und Wasserleitungen auf der ganzen Strecke saniert werden, berichtet Hast.
Muss die Baufirma mit besonderen Schwierigkeiten in Süß rechnen?
Der zum Teil felsige Untergrund ist ein besonderes Thema in Süß. Es gibt aber Baugrundgutachten. Die Baufirma muss in solchen Bereichen spezielle Fräsen an den Baggern anbringen. Das wird vor allem in den Straßen Am Überloor und Auf dem Überloor der Fall sein. Die Arbeiten werden deshalb dort langsamer vorangehen. „Die Firma weiß aber, was auf sie zukommt. Große Überraschungen wird es für sie nicht geben“, sagt Hast.
Was kostet das ganze Projekt?
Die Kalkulation des Gesamtprojekts sieht Kosten von 3,1 Millionen Euro vor. Davon kommen auf den Wasser- und Abwasserzweckverband 2 Millionen Euro zu für die Kanalsanierung. Das ist der größte Brocken des Projekts. Die Erneuerung der Wasserleitungen soll etwa 650 000 Euro kosten. Das Trinkwassernetz gehört der EAM Netz. Die Gemeinde Nentershausen muss 126 000 Euro zahlen für die Erneuerung der Straßeneinläufe. Von den Zuschüssen vom Land Hessen sind noch 215 000 Euro übrig, berichtet Hast.

Bei dem Großprojekt in Süß muss die Gemeinde Nentershausen für die Kosten der Erneuerung der Einläufe der Straßenentwässerung aufkommen, wo das Oberflächenwasser hineinläuft. Das sind 60 Straßeneinläufe. Die Kosten: 126 000 Euro. Um das finanzieren zu können, hat die Gemeinde die Anschaffung eines neuen Winterdienstfahrzeugs erst einmal zurückgestellt. Das Parlament hat den entsprechenden Umlaufbeschluss des Haupt- und Finanzausschusses abgesegnet.

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