Regierungspräsidium genehmigt zwei Anlagen

Grünes Licht für neuen Windpark an der Grenze zu Thüringen in Philippsthal und Heringen

So soll es aussehen: Die Visualisierung des Unternehmens Energiekontor zeigt den Blick vom Philippsthaler Krähenweg über das Landgrafenschloss zu den beiden geplanten Windrädern.
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So soll es aussehen: Die Visualisierung des Unternehmens Energiekontor zeigt den Blick vom Philippsthaler Krähenweg über das Landgrafenschloss zu den beiden geplanten Windrädern.

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat Ende März den Bau des Windparks Philippsthal-Heringen genehmigt. Dort sollen zwei Anlagen mit einer Gesamthöhe von 238,5 Metern entstehen.

Philippsthal/Heringen – Das teilt RP-Pressesprecherin Katrin Walmanns auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das Bremer Unternehmen Energiekontor darf demnach zwei Windräder vom Typ Nordex N149 mit 4,5 Megawatt Leistung, 164 Metern Nabenhöhe und einer Gesamthöhe zur Rotorspitze von 238,5 Metern errichten. Gebaut werden sollen die Windräder oberhalb des bestehenden Windparks Eichberg bei Lengers im Staatswald unmittelbar an der Landesgrenze zu Thüringen. Einer der Rotoren entsteht auf dem Gebiet der Stadt Heringen, der andere in der Gemarkung der Nachbargemeinde Philippsthal.

Sofern bis dahin alle weiteren noch notwendigen Genehmigungen – etwa für den Ausbau der Zuwegung und die Kabeltrasse – vorliegen, solle im Frühjahr 2022 mit dem Bau begonnen werden, kündigt Energiekontor-Sprecher Peter Alex auf Nachfrage unserer Zeitung an. Ende 2022 könnte der Windpark in Betrieb genommen werden. Allerdings könne sich dieser Termin aufgrund anderer Aspekte, etwa der Lieferzeiten des Anlagenherstellers, auch noch verschieben, verdeutlicht der Unternehmenssprecher.

Seit dem Beginn der Planungen im Jahr 2013 hatte der Projektierer aus Bremen das Vorhaben immer weiter abspecken müssen. Eigentlich waren in dem Waldgebiet über dem Werratal insgesamt sechs neue Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern vorgesehen. Im Gegenzug sollte der 2002 und 2003 errichtete Windpark bei Lengers vorzeitig zurückgebaut werden. Allerdings sperrte die Obere Naturschutzbehörde im südlichen Bereich Richtung Philippsthal ein größeres Waldstück wegen des dort sehr hohen Rotmilan- und Fledermausvorkommens für die Windkraft. Das Unternehmen reduzierte daraufhin auf drei Anlagen mit einer Nabenhöhe von 139 Metern und einer Gesamthöhe von 199 Metern.

Wegen niedriger Ausschreibungsergebnisse zur Einspeise-Vergütung und Naturschutz-Auflagen überarbeitete Energiekontor das Projekt später erneut und beantragte Ende Januar 2019 schließlich den Bau von nur zwei Anlagen, die mit 164 Metern Nabenhöhe und einer Gesamthöhe zur Rotorspitze von 238,5 Metern jedoch knapp 40 Meter höher sind, als ursprünglich vorgesehen.

Der komplette Verkehr zu den Bauplätzen soll laut Energiekontor-Sprecher Peter Alex aus Richtung der Stadt Werra-Suhl-Tal (früher Berka) über größtenteils landwirtschaftliche Wege abgewickelt werden. Die zwischenzeitlich ins Auge gefasste Variante, Schotter und Beton über den Fülleroder Weg zwischen Heringen und Leimbach anzuliefern, werde nicht weiterverfolgt. Nach wie vor sei angedacht, die Kabeltrasse entlang des vorhandenen Waldwegenetzes zu verlegen. Allerdings habe der Netzbetreiber Energienetz Mitte dem Unternehmen einen anderen Netzverknüpfungspunkt zugewiesen. Statt im Philippsthaler Kaisergraben werde der Windpark nun an der Schaltstation Röhrigshof angeschlossen.

Die Genehmigung für die drei bestehenden, 130 Meter hohen Windräder bei Lengers läuft im Jahr 2022 aus. Ob die Anlagen dann abgebaut werden oder Energiekontor eine Verlängerung der Betriebszeit anstrebt, ließ das Unternehmen bis Redaktionsschluss unbeantwortet. (Jan-Christoph Eisenberg)

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