CDU beklagt mangelnden Austausch

Ohne Gegenstimme beschlossen: Grünes Licht für Philippsthaler Haushalt

Künftiges Domizil des Bauhofs: Das Gelände der ehemaligen Baufirma Herrmann in Heimboldshausen, dessen überzählige Frei- und Büroflächen die Marktgemeinde bereits an mehrere Firmen vermietet hat. Archiv
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Künftiges Domizil des Bauhofs: Das Gelände der ehemaligen Baufirma Herrmann in Heimboldshausen, dessen überzählige Frei- und Büroflächen die Marktgemeinde bereits an mehrere Firmen vermietet hat.

Mit den Stimmen von SPD und FWG hat die Philippsthaler Gemeindevertretung am Freitagabend einstimmig den Haushalt beschlossen. Die CDU-Fraktion enthielt sich.

Philippsthal – Das Zahlenwerk, das Bürgermeister Timo Heusner Anfang November eingebracht hatte, weist im Ergebnisteil 962 900 Euro Überschuss auf (unsere Zeitung berichtete). Dass der Haushaltsplan „nach einigen schwierigen Jahren endlich wieder mit einem spürbaren Plus abschließt“, freute grundsätzlich auch Carsten Wiegand (CDU), der sich jedoch im Vorfeld bei der Erstellung mehr Austausch zwischen Verwaltung, Gremien und Fraktionen gewünscht hätte und damit auch die Enthaltung seiner Fraktion begründete. Der Vertreter der Christdemokraten monierte zudem, dass 400 000 Euro für die Kindergarten-Erweiterung im Kernort eingeplant seien, obwohl keine Förderzusage vorliege, das Dorfgemeinschaftshaus Röhrigshof aber wieder nicht berücksichtigt sei. Größter Kritikpunkt der CDU waren jedoch die um 800 000 Euro angehobenen Investitionskosten für den Umbau des Herrmann-Geländes zum Gemeindebauhof. Der Gesamtansatz liege inzwischen bei 2,5 Millionen Euro, ohne dass bislang ein Sanierungskonzept vorliege. Kritisch hinterfragte Wiegand zudem die in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent gestiegenen Personalkosten sowie insbesondere die angedachte Vollzeit-Hausmeisterstelle für die Gemeinschaftseinrichtungen.

„Ich gebe dir im Großen und Ganzen völlig recht“, pflichtete Anja Zilch (FWG) ihrem Vorredner bei. Auch sie habe sich bereits des öfteren darüber geärgert, dass die Fraktionen vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien.

„Eine Lanze für die Mitarbeiter der Gemeinde brechen“ wollte insbesondere mit Blick auf die zusätzlichen Belastungen durch Corona hingegen Andreas Nennstiel (SPD). Er sei stolz auf den Haushalt und die „guten Zahlen“, unterstrich der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, der dafür plädierte, die Gemeinde nicht tot zu sparen, aber dennoch Rücklagen zu bilden.

„Wenn nichts im Haushalt steht, können wir auch nicht in die Planung gehen“, reagierte Bürgermeister Timo Heusner auf die CDU-Kritik zum Bauhof. Ein Konzept für den Umbau werde den Mandatsträgern in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt. „Wir haben erst mal die Hauptakteure gefragt, nämlich die Bauhofmitarbeiter, die gute Ideen eingebracht haben“, unterstrich der Ratauschef. Der Personalkostensteigerung stünden auch neue Aufgaben gegenüber. „Wir haben eine gute Mannschaft und sind unter dem Personalbestand anderer Kommunen“, argumentierte Heusner, der zugleich ankündigte, die durch Corona erschwerten Gespräche der Fraktionen wieder aufnehmen zu wollen. jce

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