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Harfenbauer aus Leidenschaft in Kruspis

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Der Harfenbauer Moritz Dortmund stellt einige seiner angefertigten Harfen vor.
Der Harfenbauer Moritz Dortmund stellt einige seiner angefertigten Harfen vor. © Brunhilde Miehe

Auf seiner Wanderschaft hörte Moritz Dortmund über Wanderkameraden von Harfenbauer Albrecht Nüchter aus Kruspis. So steuerte er auf seiner Tour durch Europa das Haunetal an.

Kruspis - Als Moritz Dortmund im Sommer 2018 ankam, war Albrecht Nüchter bereits einige Monate zuvor verstorben, sodass seine Witwe Claudia Uecker in Moritz Dortmund einen willkommenen Nachfolger sah. Dieser wollte allerdings seine Wanderschaft, die nach Brauch der Wandergesellen drei Jahre und einen Tag umfassen musste, erst noch beenden. Er sah allerdings hin und wieder nochmals vorbei – in 2021 stieg er schließlich ein und übernahm das Gewerbe in Kruspis.

1989 in der Nähe von Göttigen geboren, machte er nach dem Abitur und einem Aufenthalt in Berlin eine Schreinerlehre in Berchtesgaden, wollte er doch das Schreinerhandwerk zunächst umfassend erlernen. Doch sein Ziel war, Instrumentenbauer zu werden, schließlich liebte er Musik und spielte hobbymäßig schon Harfe und andere Instrumente. So lernte er dann drei Jahre in Mittenwald Instrumentenbauer, arbeitete auch noch ein halbes Jahr bei Konzertharfenbauer Horngacher am Starnberger See und ging schließlich auf Wanderschaft, die ihn unter anderem letztlich nach Kruspis führte.

Hier hat er sich nun auf die Anfertigung von keltischen Hakenharfen spezialisiert, Orchesterharfen stellt er keine her. In unterschiedlichen Größen fertigt er die Modelle „Kleine Isabeau“ mit 29 Saiten, „Wyda“ mit 34 Saiten und die größere „Fiona“ mit 36 Saiten an. Je nach Wunsch macht er diese in verschiedenen Holzarten – vorrangig verwendet er heimische Hölzer wie Kirsche, Nussbaum oder Ahorn und diese prägen etwas die Klangfarben der Instrumente.

Die Harfen sind in einer bestimmten Tonart gestimmt, durch Halbtonklappen lassen sie sich aber umstimmen. Früher benutzte man dazu Haken, weshalb sie auch Hakenharfen genannt werden. Bei einer befreundeten Holzbildhauerin lässt er die Harfen auf Wunsch auch beschnitzen. Über das Internet (Moritz-Harfen.de) und auf Ausstellungen sowie auch über mündliche Propaganda und Instrumentallehrerinnen kommen die Interessenten zu ihm.

Er hat auch verschiedene Instrumente zum Ausleihen, an denen sich die Harfenliebhaber mal ausprobieren können. Zur Reparatur nimmt er auch andere Zupfinstrumente an, aber sein Hauptanliegen ist die Herstellung von neuen Hakenharfen, die man je nach Sonderwünschen mit persönlicher Note ab 2500 Euro bei ihm anfertigen lassen kann.

Von Brunhilde Miehe

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