„Zusammen sind wir stark“

Harald Preßmann ist der neue Sprecher der Bürgermeister im Kreis

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Das Sprachrohr der Bürgermeister des Kreises Hersfeld-Rotenburg: Harald Preßmann – hier vor dem Rathaus in Hauneck – ist neuer Sprecher der Bürgermeister-Kreisversammlung.

Hauneck. Der Bürgermeister von Hauneck, Harald Preßmann, ist neuer Sprecher der Bürgermeisterkreisversammlung - unser Montagsinterview.

Über sein neues Amt, das Gremium und die Herausforderungen sprach Kai A. Struthoff mit Harald Preßmann.

Herr Preßmann, herzlichen Glückwunsch zur Wahl als Sprecher der Bürgermeisterkreisversammlung. Aber was ist das für ein Gremium und welchen Einfluss hat es?

Harald Preßmann: Der Hessische Städte- und Gemeindebund hat 21 Kreisversammlungen. Wir im Landkreis sind eine davon. Sie ist damit das Gegenstück zur Bürgermeister-Dienstversammlung, die der Landrat einberuft. Wir treffen uns drei bis viermal im Jahr und koordinieren die Belange der Mitgliedskommunen und fördern den Erfahrungsaustausch der Städte und Gemeinden.

Salopp gesagt, ist also die Kreisversammlung so eine Art Betriebsrat der Bürgermeister, denn Sie helfen sich ja auch bei Problemen und beraten einander gegenseitig?

Preßmann: Zusammen sind wir stark. Wir treten solidarisch füreinander ein. Gerade für die kleineren, schwächeren Kommunen im Kreis versuchen wir, in diesem Gremium einen gewissen Ausgleich zu schaffen, damit alle Gemeinden gleichmäßig repräsentiert werden.

Und werden Sie auch vom Landrat ernst genommen?

Preßmann: Das denke ich schon. Bisher haben wir immer gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Ich war ja in den vergangenen vier Jahren Stellvertreter des bisherigen Vorsitzenden Thomas Baumann, dem scheidenden Bürgermeister von Ludwigsau. Der Landrat und die Kreisverwaltung unterstützen uns gut bei der Umsetzung unserer Themen, Ideen und Anliegen.

Welche Themen brennen Ihnen denn besonders unter den Nägeln?

PreßmannDer Datenschutz ist ein Thema, das zurzeit alle Gemeinden beschäftigt. Wir haben ein Angebot eines externen Unternehmens, das uns dabei mit Rat und Tat unterstützen will. Jetzt müssen wir organisieren, wie diese Zusammenarbeit auf Gemeindeseite umgesetzt werden kann. Andere Themen betreffen beispielsweise die Ordnungsangelegenheiten, Seniorenarbeit oder die Gewerbeaufsicht. Wir versuchen stets, so sparsam wie möglich zu agieren und trotzdem unsere Aufgaben zu erfüllen.

Das klingt aber alles schon eher bürokratisch. Ich dachte, Sie streiten sich mit dem Landrat um die Kreisumlage ...

PreßmannDas ist natürlich auch ein Thema. Der Landrat strebt eine Senkung der Kreisumlage an, sobald es möglich ist – in welcher Höhe, das wird sich noch zeigen. Hier sind wir im Gespräch.

Gibt es Themen, bei denen Sie so richtig mit der Kreisverwaltung über Kreuz liegen?

PreßmannMit dem Kreis eigentlich weniger, eher mit dem Land. Zum Beispiel bekommt durch die Einführung der Hessenkasse jetzt jede Kommune Daumenschrauben angelegt. Neue Kassenkredite werden künftig von Haushalt zu Haushalt strenger gehändelt. Das ist natürlich auch ein Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung. Ich fürchte, dass das irgendwann dazu führt, dass Kommunen nur noch in größeren Einheiten funktionieren werden.

In Thüringen werden zurzeit ja gerade die Gemeinden neu geordnet. Wie lange werden bei uns so kleine Gemeinden wie Cornberg, Breitenbach am Herzberg oder auch Hauneck selbstständig bleiben können?

PreßmannIn den nächsten fünf bis zehn Jahren wird es wohl auch bei uns Fusionen von Gemeinden geben müssen. Interkommunale Zusammenarbeiten sind ja ein erster Schritt auf diesem Weg. Wir haben gar nicht genug Fachpersonal, um all die Aufgaben in jeder Kommune im Detail zu bewältigen. Wichtig ist aber, dass Fusionen intelligent und kostenreduzierend umgesetzt werden.

Trotzdem werden ja auch interkommunale Zusammenarbeiten wieder aufgekündigt, so wie unlängst der Feldwegeverband. Scheitert die Zusammenarbeit vielleicht auch an den Befindlichkeiten einzelner Bürgermeister?

PreßmannDas glaube ich weniger. Aber die Erwartungen an die Gemeinden steigen auch. Nehmen wir den Feldwegeverband: Früher hatte keine Kommune einen eigenen Bagger, heute aber haben einige Gemeinden eigene Maschinen angeschafft. Dadurch rechnet sich aber der gemeinsame Bagger für den ganzen Landkreis nicht mehr. Aber heutzutage erwarten die Bürger auch, dass bei einem Rohrbruch sofort der Bauhof anrückt. Da will keiner lange auf den kommunalen Bagger warten.

Die Bürgermeister im Kreis sind ja nicht nur seriöse Rathauschefs, sondern auch eine ganz fröhliche Männertruppe, die es auch mal krachen lässt. Was passiert denn dann so?

Preßmann: (lacht) Einmal im Jahr unternehmen wir eine gemeinsame Tour. Dabei stehen natürlich fachliche Themen im Vordergrund, aber abends gibt es auch einen geselligen Teil – und das ist auch gut so. Gerade für die jüngeren Kollegen sind diese informellen Kontakte hilfreich. Wir sind eine homogene Truppe und arbeiten gut zusammen, aber wir haben auch Spaß zusammen.

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