Familie Keutterling möchte auf den Hof zurückkehren

Nach Brand in Bodes: 24.000 Euro von über 300 Spendern

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Nur noch Schutt, wo einst die Scheune stand: Bei dem Großbrand am 15. April verlor Familie Keutterling Haus und Hof. Wenn möglich, soll zumindest das denkmalgeschützte Wohnhaus wieder aufgebaut werden. 

Am 15. April 2020 verlor Familie Keutterling aus Bodes bei einem Brand ihr Zuhause und einen Großteil ihres Hab und Guts. Bei einer Spendenaktion kamen nun 24.000 Euro zusammen.

Der erste Schock ist zwar vorüber, doch den 15. April 2020 wird die Familie Keutterling aus Bodes nicht mehr vergessen, da ist sich Mutter Veronika sicher. „Ich träume jetzt noch jede Nacht davon“, sagt die 41-Jährige. Am schlimmsten sei es aber für jüngsten der vier Kinder, die elf Jahre alten Zwillinge Finn und Till.

Am Abend des 15. April, es war ein Mittwoch, verlor die Familie einen Großteil ihres Hab und Guts, sie musste Haus und Hof verlassen, und noch ist unklar, ob und wann sie zurückkehren können. Mutter Veronika war gerade auf dem Weg, ihren ältesten Sohn Marvin abzuholen, der einen Fahrradunfall hatte. Vater Steven Keutterling saß im vorderen Teil des Hofs mit einem Freund zusammen, als Nachbarn plötzlich auf Rauch aufmerksam wurden, der am Carport aufstieg. Dort war der Wohnwagen in Brand geraten und schnell schlugen die Flammen auf die angrenzende Scheune und das Wohnhaus über. Fremdeinwirkung hätten die Ermittlungen später ergeben, sagt der Familienvater, mehr wisse man nicht.

Bei der Spendenübergabe: Joachim Hofmann, zweiter stellvertretender Gemeindebrandinspektor und Wehrführer der Feuerwehr Bodes, Matthias Schott, stellvertretender Gemeindebrandinspektor und ebenfalls in der Feuerwehr Bodes, Bürgermeister Harald Preßmann, Familie Keutterling mit Marvin, Veronika, Steven, Justin und den Zwillingen Till und Finn sowie Pfarrer Karl Josef Gruber (von links).

Schon über Nacht kamen erste Sachspenden, vor allem Kleidung, zusammen, die am nächsten Tag im DGH in Fischbach sortiert wurden. Unter dem Motto „jeder Euro zählt“ riefen die Gemeinde Hauneck mit Bürgermeister Harald Preßmann an der Spitze und die Evangelische Kirchengemeinde Buchenau unter der Federführung von Pfarrer Karl Josef Gruber zudem zu Geldspenden auf.

Insgesamt 24 000 Euro kamen bei dieser Aktion zusammen, freut sich Pfarrer Gruber, der die Familie gut kennt. Über 300 Spender – aus dem Ort und der näheren Umgebung – hätten sich beteiligt und zwischen acht und 1000 Euro gespendet. „Das ist auch ein Zeichen des Zusammenhalts“, so Gruber.

Bei allen Spendern wollen sich Bürgermeister Harald Preßmann, Pfarrer Karl Josef Gruber und natürlich allen voran die Familie Keutterling herzlich bedanken. Großes Lob gab es bei der symbolischen Spendenübergabe jetzt außerdem für die Freiwillige Feuerwehr, die in einer stundenlangen Gemeinschaftsaktion, an der auch Einsatzkräfte aus Bad Hersfeld und Schenklengsfeld beteiligt waren, gegen das Feuer und ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude kämpften.

Großeinsatz für die Feuerwehr: Am 15. April gegen 18 Uhr gerieten zunächst ein Wohnwagen und der Carport in Brand, dann auch die Scheune und ein Teil des Wohnhauses. 

„Kein Verein ist wichtiger als die Feuerwehr“, betonen Joachim Hofmann, zweiter stellvertretender Gemeindebrandinspektor und Wehrführer der Feuerwehr Bodes, sowie Matthias Schott, stellvertretender Gemeindebrandinspektor und ebenfalls aus Bodes. Beide waren bei dem Brand in ihrer Nachbarschaft selbst im Einsatz und sind immer noch beeindruckt, wie auch Zivilisten tatkräftig mit angepackt hätten, um zum Beispiel bei der Wasserversorgung zu helfen. Vier Neueintritte – davon drei Frauen – habe es seitdem gegeben, die Einsatzabteilung habe sich somit von 19 auf 23 Aktive vergrößert, eine durchaus beachtliche Zahl für einen Ort mit knapp 200 Einwohnern. Die Keutterlings sind seit dem Brand bei den Großeltern in Fischbach untergebracht – eine Situation, die für alle Beteiligten wegen der räumlichen Enge recht anstrengend sei. Alle haben den Wunsch, sobald wie möglich nach Bodes zurückzukehren. Mit den Aufräumarbeiten, die selbst erledigt werden können, haben sie bereits begonnen. „Es wird eine schwierige Zeit, aber wir werden es schaffen“, gibt sich Vater Steven zuversichtlich.

Auch die Spendensumme soll in den Wiederaufbau fließen. Zwar gebe es Geld von der Versicherung, doch das könne dauern. Zudem sei unklar, ob zum Beispiel die Kosten für ein Gutachten für das denkmalgeschützte Haus übernommen würden. Für Veronika Keutterling wäre der komplette Verlust ihres Zuhauses besonders schlimm: Der Hof gehörte schon ihren Großeltern. (nm)

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