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Haunetal feiert sein 50-jähriges Bestehen

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In Haunetal singen sogar die Gemeindegremien – und das aus vollster Kehle, wie man sieht.
Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder: In Haunetal singen sogar die Gemeindegremien – und das aus vollster Kehle, wie man sieht. © Brunhilde Miehe

Die Gemeinde Haunetal hat am Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Dazu gab es auch einen Festakt im Bürgerhaus mit vielen geladenen Gästen.

Haunetal – Anlässlich der Feierlichkeiten zu „50 Jahre Haunetal“ konnte Bürgermeister Timo Lübeck im voll besetzten Bürgerhaussaal zahlreiche Ehrengäste begrüßen, allen voran Regierungspräsident Mark Weinmeister. Sodann zitierte er Karl Wagner, den letzten ehrenamtlichen Bürgermeister von Neukirchen mit den Worten, die dieser bei einer Feierstunde, als sich die ersten Ortsteile zur Gemeinde Haunetal zusammengeschlossen hatten, sagte: „Wir müssen vollkommen umdenken und unser Tun nicht mehr auf den altgewohnten kleinen Ortsbereich konzentrieren, sondern die größere Gemeinde, gleich welcher Ortsteil, als unsere Heimat sehen. Wir wollen zusammenwachsen und unsere Aufgaben gemeinsam lösen.“ Diese Feststellung sei auch heute noch so richtig wie damals, so Lübeck.

Danach referierte Historiker Harald Neuber, gebürtiger Hermannspiegeler, über den „Weg zur Gebietsreform.“ Ziel sei gewesen, die Verwaltungseinheiten zu reduzieren – aus 80 Gemeinden im Altkreis Hersfeld seien 20 Gemeinden im neu formierten Landkreis Hersfeld/Rotenburg gebildet worden. Bei der Gemeinde Haunetal seien alte ehemalige Territorialgrenzen sowie auch 1821 bei der Bildung von Landkreisen jeweils einige in Betracht kommende Haunetaler Dörfer den Kreisen Hünfeld und andere Hersfeld zugeordnet worden. So hätten bei der Zusammenführung viele Schranken überwunden werden müssen.

In einer ersten Talkrunde konnten die Altbürgermeister Friedrich Krauser und Hein-Peter Möller über ihr damaliges Engagement berichten. Friedrich Krauser meinte einleitend mit Blick in den Saal schmunzelnd, dass er selten so viele Verantwortungsträger in einem Raum gesehen habe und führte dann aus, dass es damals angesagt gewesen sei, für die 15 Ortsteile Friedhofshallen und Gemeinschaftshäuser zu erstellen. Und Hein-Peter Möller erwähnte, wie er sich 1998 unter anderem dafür eingesetzt habe, dass der Gemeinde Haunetal das Prädikat Marktgemeinde zugestanden wurde; zudem habe er viele Dorferneuerungsverfahren durchgeführt.

In seiner Festrede sagte dann Regierungspräsident Mark Weinmeister, dass er – Jahrgang 1967 – eigentlich nur die neuen Gemeinden nach der Gebietsreform bewusst erlebt habe. Er könne sich aber lebhaft vorstellen, welche Probleme damals bewältigt werden mussten. Schließlich seien Orte, die am nächsten beieinanderliegen, nicht immer die besten Freunde. 15 einst eigenständige Gemeinden hätten nun in Haunetal miteinander klarkommen müssen und müssten dies noch heute. Er konstatierte letztlich: „Seien sie stolz auf das, was sie in den letzten 50 Jahren geleistet haben!“ Und das wurde mit Applaus bedacht.

In einer zweiten Talkrunde, die ebenfalls Bürgermeister Timo Lübeck moderierte, wurden „Haunetals Anfänge und die Zukunft“ von Ulrike Klawonn (1. Beigeordnete), Dr. Axel Schreiber (Vorsitzender der Gemeindevertretung), Wilfried Möller (Mitglied im ersten Gemeindevorstand) und Hans Weber (Mitglied der ersten Gemeindevertretung) aufgearbeitet. Aufgrund ihrer Erfahrungen ermunterten diese einmütig, besonders mit dem Appell an junge Leute, sich in die Gremien einzubringen.

Landrat Torsten Warnecke überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Landkreises und meinte, dass Haunetal mit seiner Bahnstation doch gut gerüstet für die Zukunft sei.

Die zahlreichen Wortbeiträge der Feierstunde wurden mit Gesangseinlagen aufgelockert, und diese zeugten von einem bemerkenswerten lokalen Kolorit. Die Männergesangsvereine Neukirchen und Wehrda trugen zusammen ein Haunetal-Lied vor, das Helmut Heß, der Odensachsener Dirigent des MGV Neukirchen, selbst verfasst hatte und dirigierte. Elena Töws, Leiterin des MGV Wehrda, begleitete auf ihrem Akkordeon die Sänger bei „Hessenland, du bist mein Heimatland“, ein Lied, das vor 50 Jahren von einer Wehrdaerin gedichtet wurde und das hessenweit zu einem Volkslied wurde. Charel Peffer von der Hermann-Lietz-Schule sang selbst komponierte Songs und zu guter Letzt begeisterten die Mitglieder der gemeindlichen Gremien noch mit dem von Lars Bolender und Dirk Henkel verfassten Lied „50 Jahre Haunetal – lasst uns richtig feiern“. (Brunhilde Miehe)

Mehr über die Feierlichkeiten in Haunetal lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Hersfelder Zeitung.

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