Hausärzte: Zwei von drei gehen bis 2030 in Rente

Nachfolger dringend gesucht: Viele Ärzte erreichen in den nächsten Jahren das Rentenalter, Nachwuchs ist schwer für Landarztpraxen zu gewinnen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hersfeld-Rotenburg. Den Landarztpraxen fehlt der Nachwuchs: Das bestätigen die jüngst ermittelten Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Bis 2030 scheiden 64 von derzeit 95 Hausärzten aus, deren Praxen frei werden, wenn sie mit 65 Jahren aufhören wollen.

Die KV hat die ambulante Versorgung in den 26 hessischen Landkreisen unter die Lupe genommen. Bedarf besteht laut dem Bericht „Fokus Gesundheit“ vor allem im Bereich der Fachärzte. Mit Hautärzten sind die Patienten im Kreis schon jetzt nur zu 65 Prozent versorgt. In gut drei Jahren wird es laut KV nur noch einen Hautarzt im Kreis geben - wenn sich keine Nachfolge findet. Die KV rechnet mit einem Ausscheiden der beiden Hautärzte bis 2020 beziehungsweise 2025.

Auch die Zahl der Augenärzte wird sich bis 2020 von acht auf vier halbiert haben, ebenso die Zahl der HNO-Ärzte von jetzt sechs auf drei. Nur noch vier Frauenärzte und zwei Urologen gibt es bis 2030, wenn die freien Stellen nicht wieder besetzt werden. Überversorgt ist der Kreis laut KV mit Neurologen.

Was die Hausärzte angehe, sei Hersfeld-Rotenburg mit Ausnahme vom Bereich Sontra eher überversorgt - bisher noch. In Heringen sieht man sogar eine Überversorgung mit Hausärzten von 138 Prozent. In Hauneck dagegen kommen auf einen Hausarzt 3160 Menschen, in Neuenstein ist der Versorgungsgrad kaum besser, ebenso in Ronshausen. Gar keinen Hausarzt gibt es in Breitenbach/H.

Sorgen bereitet der Vereinigung der hessischen Kassenärzte, die für die Versorgung zuständig ist, das Durchschnittsalter der praktizierenden Ärzte: Es liegt bei den Hausärzten im Durchschnitt bei 56 Jahren, bei den Fachärzten bei 54 Jahren.

Überdurchschnittlich jung sind die Hausärzte in Wildeck und Hauneck.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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