Heimatverein Solz bringt besseres Internet auf den Weg

Da geht sogar Bebras Bürgermeister Uwe Hassl in die Knie: Dank einer Initiative vom Heimatverein Solz bekommt der Bebraer Ortsteil bald schnelles Internet. Zum symbolischen Spatenstich kamen 30 Einwohner von Solz. Foto: Schmidt

Solz. Bald können sie in Solz vom heimischen Computer arbeiten und Filme streamen: Denn die 700 Einwohner des Bebraer Ortsteils bekommen schnelleres Internet.

Das haben sie in erster Linie sich selbst zu verdanken. „Die Initiative vom Heimatverein kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dieses Engagement zeigt mal wieder die Besonderheit von Solz“, lobte Bebras Bürgermeister Uwe Hassl. Zum symbolischen Spatenstich waren 30 Menschen gekommen. Bei der Infoveranstaltung zuvor waren es laut Lars Raabe sogar deren 80.

„Neben der Pflege von Tradition und Geschichte hat der Solzer Heimatverein genauso die Zukunft seines Dorfes im Blick“, erklärte Beisitzer Raabe, der die Planungen federführend vorangetrieben hatte. Etwa 6000 Euro sind notwendig, um bei der Telekom die Glasfasertechnik vielleicht schon zu Weihnachten, spätestens Anfang 2017 nutzen zu können.

Im Notfall würde der Heimatverein für die gesamten Kosten aufkommen. Einige Einwohner beteiligen sich allerdings mit privaten Spenden. „Auch unsere Freunde in den Nachbardörfern können sich gern beteiligen“, witzelte ein Solzer.

Seit Montag steht ein Multifunktionsgehäuse an der Hauptstraße. Im Bereich des Berliner Rings wird in Kürze ein zweites gesetzt. Zudem werden laut Fuat Dalar von der Telekom fünf Kilometer Glasfaserkabel von der Vermittlungsstelle Nentershausen aus verlegt. „Es wird kaum Baustellen geben, weil die Leitungen über die Felder verteilt werden“, erklärte Dalar. Damit ist Solz nach Weißenhasel der zweite Ort im Landkreis, der sich bei der Internetverbindung selbst half.

Denn die Kreislösung hat alle Bebraer Stadtteile erst 2019 auf dem Plan für Breitband Nordhessen. Durch die sogenannte Vectoringtechnik seien nach Auskunft von Dalar auf Jahre keine weiteren Bauarbeiten mehr nötig. Alle Verbesserungen können dann durch Chips zentral gesteuert werden.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet der Glasfaserausbau einen Quantensprung. Aktuell surfen einige Solzer noch im „Schneckentempo“ mit 384 kbit/s. Bald kann jeder Haushalt auf eine Bandbreite von bis zu 100 000 kbit/s kommen. Selbst die neue LTE-Technik, die im September installiert wurde, bietet „nur“ 50 000 kbit/s an - und die teilen sich 20 Haushalte. „Dadurch werden wir uns um Lichtjahre verbessern“, freut sich Ortsvorsteher Friedhelm Claus.

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