Kommunen sollen ab 2015 örtliche Grenzwerte festlegen

Heizen mit Holz belastet die Luft mit Feinstaub

Hersfeld-Rotenburg. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt für den Winter, Kamine nicht mehr als Heizung im Haus zu nutzen. Grund: Die Feinstaubbelastung sei zu hoch, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Für Waldhessen ein echtes Thema, wie Rainer Brall schätzt. Der bevollmächtigte Schornsteinfegermeister, zuständig für Bezirke in Rotenburg, Alheim, Bebra und Schenklengsfeld, schätzt, „dass zumindest auf dem Land jeder Zweite einen solchen Kamin hat und auch nutzt. Wir leben schließlich in einer sehr waldreichen Gegend.“

UBA-Präsidentin Barbara Krautzberger verweist darauf, dass im Winter ein Viertel der Feinstaubbelastung auf Kamine und Öfen – im Amtsdeutsch Einzelraumfeuerungsanlagen – zurückzuführen sei. Schornsteinfegermeister Brall nennt als Hauptproblem, dass viele der Kamine und Öfen verkehrt bedient werden. Ein Fehler sei die Befeuerung mit zu großen Holzstücken am Beginn. Brall: „Das Feuer muss wie ein Auto auf Temperatur gebracht werden.“

Filter schnell verschlissen

Für wirkungsvolle Filter sei die Technik noch nicht weit genug. Die meisten Filter seien nach wenigen Wochen verschlissen – und obendrein so teuer, dass man für den Preis einen neuen, modernen Ofen bekomme.

Das UBA regt an, Kommunen könnten notfalls nach Vorbild der Verkehrsumweltzonen örtliche Grenzwerte erlassen. Der von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagene Wert von 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft werde jedenfalls auch in ländlichen Regionen oft überschritten.

Besitzer von Kaminen und Öfen werden bis Ende dieses Jahres, so erklärt Rainer Brall, zwingend von einem Schornsteinfeger beraten, was die Handhabung ihrer Geräte angeht.

HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Rainer Henkel

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