Der Weiße Ring betreut Opfer von Verbrechen – Auszeichnung für HNA-Redakteurinnen

Helfen durch Zuhören

Ausgezeichnete Redakteurinnen: Silke Schäfer-Marg (links) und Gudrun Schankweiler Ziermann mit Volker Damm (links) und Gerhard Schuchardt.

Rotenburg. Eine Ehrenurkunde des Weißen Rings schmückt jetzt die Redaktion der HNA in Rotenburg. Die Hilfsorganisation für Verbrechensopfer hat damit die Redakteurinnen Gudrun Schankweiler-Ziermann und Silke Schäfer-Marg für ihre regelmäßige und umfassende Berichterstattung über die Arbeit des Weißen Rings ausgezeichnet.

Und Arbeit hat die Hilfsorganisation auch in der vermeintlich heilen Welt unserer ländlichen Region genug, berichteten Außenstellenleiter Volker Damm und Gerhard Schuchardt bei der Übergabe der Urkunde. Rund 70 Verbrechensopfer werden in unserem Kreis von den 14 ehrenamtlichen Mitarbeitern des Weißen Rings im Kreis Hersfeld-Rotenburg betreut. Im vergangenen Jahr wurden dabei rund 800 Stunden von den Mitarbeitern geleistet.

Opfer von Sexualdelikten

Rund ein Drittel der Betreuten sind Opfer von Sexualdelikten. Aber auch um Menschen, die nach Raubüberfällen traumatisiert sind, und um Stalking-Opfer kümmert sich der Weiße Ring – und das manchmal jahrelang. Denn manche werden traumatische Erlebnisse und die Angst nach einem Verbrechen einfach nicht los.

„Wir brauchen für unsere Arbeit vor allem viel Lebenserfahrung“, erklärte Volker Damm, der selbst früher Lehrer war. Die meisten der Helfer sind im Rentenalter und absolvieren regelmäßig Seminare, bei denen sie für ihre sensible und anspruchsvolle Arbeit geschult werden.

„Wir beraten nicht, und wir therapieren nicht“, machte Gerhard Schuchardt deutlich. „Wir hören vor allem zu“, sagte Volker Damm. Am wichtigsten sei es, den Verbrechensopfern in dieser schwierigen Lebenssituation beizustehen und praktische Hilfestellung zu geben. Außerdem übernimmt der Weiße Ring bei Bedarf auch die Kosten für eine therapeutische oder juristische Erst-Beratung.

Rund 25 Millionen Euro beträgt der Jahresetat der bundesweit tätigen Hilfsorganisation, die sich aus Spenden, Stiftungen oder auch durch Zuweisungen aus Geldstrafen finanziert. Der Großteil des Etats fließt in die Opferhilfe.

Bei aller Nähe ist aber auch Abstand notwendig: „Man darf nicht mitleiden, sondern muss eine gewisse innere Distanz behalten“, erklärte Schuchardt die schwierige Balance zwischen Mitgefühl und Hilfe. Das bestätigte auch Volker Damm: „Man kann nur helfen, wenn man selbst frei ist.“ (kai)

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