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Helmut Heiderich mit Elisabeth-Medaille ausgezeichnet

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Von: Christine Zacharias

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Dass er geehrt werden sollte, erfuhr Helmut Heiderich (links) erst, als er von Dekan Dr. Frank Hofmann in der Mecklarer Kirche zum Altar gerufen wurde.
Dass er geehrt werden sollte, erfuhr Helmut Heiderich (links) erst, als er von Dekan Dr. Frank Hofmann in der Mecklarer Kirche zum Altar gerufen wurde. © Karin Ludwig-Heiderich

Seit seiner Jugend engagiert sich Helmut Heiderich für die evangelische Kirche, davon 30 Jahre als Prädikant. Dafür wurde der 66-Jährige jetzt mit der Elisabeth-Medaille der Kirche von Kurhessen-Waldeck ausgezeichnet. Die Medaille ist eine der höchsten Auszeichnungen, die die Kirche für mindestens 24 Jahre hohes ehrenamtliches Engagement verleiht.

Sorga – Es war die Jugendarbeit seines späteren Schwiegervaters, Pfarrer Helmut Ludwig, in Ransbach, die Helmut Heiderich für die kirchliche Arbeit begeisterte. Er wurde unter anderem Gruppenleiter bei Jugendfahrten. Nach dem Abitur 1977 an der Modellschule Obersberg studierte er, ebenso wie seine Frau Karin, in Marburg Theologie. In Marburg war er Helfer beim Kindergottesdienst, außerdem übernahm er als Lektor Gottesdienstvertretungen in Ransbach und Ausbach.

Schon immer vielseitig interessiert, widmete sich Helmut Heiderich während seines Studiums auch anderen Religionen und der frühchristlichen Kunst und erhielt schließlich eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter, während seine Frau sich aufs Examen und die Arbeit in einer Gemeinde vorbereitete.

Als seine Stelle wegfiel, beschloss Heiderich, sich ganz neu zu orientieren. Da er während seines Studiums bereits als Rettungssanitäter gearbeitet hatte, lag eine Ausbildung in der Krankenpflege nahe. Ein Praktikum im St. Elisabeth-Krankenhaus in Volkmarsen – hier war Karin Ludwig-Heiderich inzwischen Pfarrerin – begeisterte ihn so, dass er sich eine Ausbildungsstelle suchte. „Das war damals wirklich schwierig. Ich bekam nur Absagen“, berichtet Heiderich. Umso mehr freute er sich, dass er die Ausbildung schließlich in Arolsen absolvieren konnte und dass er anschließend eine zunächst befristete Stelle als Elternzeitvertretung in Volkmarsen bekam. 17 Jahre arbeitete er dort schließlich.

Helmut Heiderich wurde mit der Elisabeth-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ausgezeichnet.
Helmut Heiderich wurde mit der Elisabeth-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ausgezeichnet. © CHristine Zacharias

Parallel zu seiner Ausbildung als Krankenpfleger absolvierte er auch eine Ausbildung als Prädikant. Prädikanten sind ehrenamtlich als „Pfarrer im Nebenamt“ tätig, sie dürfen ihre Predigten selbst schreiben, die Sakramente verwalten und alle Amtshandlungen ausführen, also auch Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, erläutert Helmut Heiderich. Im August 1992 wurde er als Prädikant berufen und hat seitdem, zunächst im Kirchenkreis Wolfhagen, später dann im Kirchenkreis Hersfeld zahlreiche Gottesdienstvertretungen und Kasualien übernommen. Allein in diesem Jahr seien es 28 gewesen, erzählt Heiderich.

„Ich fand es immer spannend, so viele verschiedene Gemeinden und deren jeweilige Traditionen kennenzulernen“, sagt Helmut Heiderich. Er war außerdem im Kirchenkreis Wolfghagen als Sektenbeauftragter tätig, gründete und leitete in Volkmarsen einen ökumenischen Männerkreis und begleitete Gemeindefahrten und Konfirmandenseminare.

Im Jahr 2005 zog die Familie Ludwig-Heiderich zurück in den Kreis Hersfeld-Rotenburg, um näher bei den betagten Eltern zu sein. Karin Ludwig-Heiderich betreute als Pfarrerin die Gemeinden Meckbach und Mecklar, Helmut Heiderich fand eine Stelle als Stationsleitung im St. Elisabeth-Krankenhaus. Nach dessen Schließung wechselte er als Pflegedirektor ins Altenheim Hospital, ging dann ans HKZ in Rotenburg und war zuletzt bis zu seinem Ruhestand vor einem Jahr in Richelsdorf in der Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen tätig.

Inzwischen lebt das Ehepaar in Sorga. Neben seinem ehrenamtlichen Einsatz als Prädikant ist Helmut Heiderich noch als Dozent für Pflegeschüler tätig und unterrichtet Deutsch und Politik für Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind.

Dass er die Elisabeth-Medaille für sein großes kirchliches Engagement erhalten sollte, hat seine Frau vor ihm geheim gehalten. Er sei völlig überrascht gewesen, als der Dekan ihn ansprach, sagt Heiderich, der es gar nicht mag, im Mittelpunkt zu stehen.

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