Azubis haben Diorama gebaut

Bergbau im Miniaturformat: K+S übergibt Modell an Kalimuseum

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Detailverliebt: Auszubildende des Kaliwerks Neuhof-Ellers haben die für alle Schritte der Kaligewinnung benötigten Großgeräte nachgebaut. Unser Bild zeigt einen Firstanker-Bohrwagen bei der Arbeit. Firstanker sind vergleichbar mit überdimensionalen Dübeln, die die darüberliegenden Salzschichten miteinander verbinden und ihnen so zu mehr Festigkeit verhelfen. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

Wie die Rohstoffgewinnung unter Tage funktioniert, verdeutlicht ab sofort ein Modell, das K+S dem Heringer Werra-Kali-Bergbaumuseum für seine Ausstellung übergeben hat.

Weiße LED-Lichter symbolisieren das Muster, in dem der Bohrwagen die Sprenglöcher in das Salzgestein treibt. Auch bei der Sprengung flackern die Leuchtdioden in der Reihenfolge der Detonationen.

Ein neues Abbaumodell verdeutlicht den Besuchern im Heringer Werra-Kali-Bergbaumuseum, wie die Rohstoffgewinnung unter Tage funktioniert. Vertreter des K+S-Werks Neuhof-Ellers (Landkreis Fulda) haben den Nachbau einer Kali-Grube im ungefähren Maßstab 1:30 jetzt offiziell als Dauerleihgabe an das Museum übergeben. In mehr als 900 Arbeitsstunden hatten Auszubildende des Kaliwerks im südlichen Landkreis Fulda Fahrzeuge, Maschinen und Ausstattung nachgebaut, die „Untertage-Landschaft“ modelliert und die Elektronik für die Steuerung geplant, gefertigt sowie zusammengefügt.

Gebaut worden war das detailgetreue Diorama im Jahr 2016 für den Auftritt des Unternehmens auf der Fuldaer Bildungsmesse. Durch einen Zeitungsbericht über diese Veranstaltung wurden auch die Mitglieder des Museums-Förderkreises auf das Modell aufmerksam. „Wir waren schon länger auf der Suche nach einem solchen Modell, mit dem wir den Besuchern den Einsatz moderner Großgeräte und das Prinzip des Pfeilerabbaus erklären können“, berichtet der Vorsitzende des Förderkreises und frühere Bergwerksdirektor, Norbert Deisenroth.

Unser Bild zeigt einen Firstanker-Bohrwagen bei der Arbeit. Firstanker sind vergleichbar mit überdimensionalen Dübeln, die die darüberliegenden Salzschichten miteinander verbinden und ihnen so zu mehr Festigkeit verhelfen.

Das Museums-Team um den Förderkreis-Vorsitzenden sowie Museumsleiter Hermann-Josef Hohmann nahm Verhandlungen mit der Werksleitung auf und durfte das Modell schließlich im Museum ausstellen – zunächst nur als befristete Leihgabe und mit der Maßgabe, dass K+S es zwischendurch auch auf eigenen Veranstaltungen nutzt. Damit der Nachbau durch häufigen Auf- und Abbau sowie Transport keinen Schaden nimmt, habe man sich schließlich für einen festen Platz in der Heringer Ausstellung entschieden, erklärt Werksleiter Roland Keidel, der vor seinem Wechsel nach Neuhof als Werksleiter im Werk Werra für Produktion und Technik zuständig war. Zum Schutz vor Diebstahl und Beschädigungen wurde noch eine passende Glasvitrine angefertigt. Zum 125-jährigen Bergbau-Jubiläum im vergangenen Oktober konnten Besucher das Diorama erstmals an seinem neuen Platz in der Dauerausstellung besichtigen.

Julian Kress und Marius Kraus, die als Auszubildende am Bau des Modells beteiligt waren, führten zur offiziellen Übergabe dessen Funktion vor: Auf Knopfdruck leuchten in der Modell-Grube LEDs auf und lenken den Blick der Besucher auf die einzelnen Arbeitsschritte. Passend dazu werden auf dem Bildschirm dahinter Filmsequenzen abgespielt, die Bohrwagen, Sprengstoffladefahrzeug, Fahrlader, Brecher, Bandanlagen, Berauber und Firstanker-Bohrwagen in Aktion zeigen.

Das Werra-Kali-Bergbaumuseum in Heringen ist im Sommerhalbjahr von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. (jce)

www.kalimuseum.de

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