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Chor, Band und Bläser proben für Pop-Oratorium „Jesaja“

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Arme hoch zum Aufwärmen: Popkantor Mattias Weber (rechts) probt mit den Sängerinnen und Sängern des Projektchors in der Heringer Stadtkirche für die drei Aufführungen des Pop- und Gospeloratoriums „Jesaja“.
Arme hoch zum Aufwärmen: Popkantor Mattias Weber (rechts) probt mit den Sängerinnen und Sängern des Projektchors in der Heringer Stadtkirche für die drei Aufführungen des Pop- und Gospeloratoriums „Jesaja“. © Jan-Christoph Eisenberg

Popkantor Matthias Weber studiert zurzeit mit einem Projektchor aus der Region das Pop-Oratorium „Jesaja“ ein.

Heringen – „Mehr lächeln, ihr seid manchmal ein Vierteltönchen drunter. Das Wort frei bitte kurz, mehr gesprochen als gesungen“.

Popkantor Matthias Weber hat sich im Chorraum der Heringer Stadtkirche postiert und greift mit der rechten Hand in die Tasten seines Keyboards, während die linke auf seinem Oberschenkel den Takt klatscht. Rund 40 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, sitzen ihm an diesem Abend im Kirchenschiff gegenüber. Sie bilden den Jesaja-Projektchor. Die Proben für das Pop- und Gospeloratorium, das im November in mehreren Kirchen der Region aufgeführt werden soll, sind in der heißen Phase. „Wunderbar, da wollen wir hin“, lobt Matthias Weber sichtlich zufrieden, als die letzten Akkorde verklungen sind.

Der 55-Jährige bezeichnet es als „Herzensangelegenheit“, mit dem von Hartmut Naumann geschriebenen Werk eine frische Klangfarbe in die kirchenmusikalische Landschaft der Region zu bringen. Weber kennt den Komponisten, der die drei Aufführungen als Solist unterstützen wird, aus seiner Zeit bei der Nordkirche und hat selbst bei der Premiere des Oratoriums im Jahr 2015 in Hamburg mitgesungen.

Die eingängigen, aber durchaus anspruchsvollen Pop- und Gospel-Songs erzählen die Geschichte des Volkes Israel aus der Zeit der Gefangenschaft in Babylon sowie dessen Befreiung. Die Sehnsucht nach Freiheit mache die Handlung auch nach 2600 Jahren noch brandaktuell, betont der Kirchenmusiker.

Webers erster Anlauf für das ehrgeizige Vorhaben war der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Umso mehr freut sich der 55-Jährige nun darüber, dass sich wieder eine so große Zahl motivierter Mitwirkender gefunden hat. Ein großer Teil, jedoch längst nicht alle rund der 60 Frauen und Männer des Jesaja-Chors, gehören verschiedenen Gesangsensembles in der Region an. „Auch für Neulinge ist ein solches Projekt eine gute Möglichkeit, in den Gesang einzusteigen“, unterstreicht Matthias Weber.

Zu den Chorsängern kommen bei den Aufführungen noch Solisten, eine Blechbläsergruppe des Posaunenchors Obersuhl und eine eigens aufgestellte, fünfköpfige Band, in der auch Profi-Musiker mitspielen. Geprobt wird seit dem Sommer – bislang allerdings nur getrennt. In der Übungsstunde des Chores kommt der satte, rockig-groovige Sound der Instrumentalisten daher aus der Konserve oder wird durch Webers Keyboardspiel ersetzt. Fürs Üben zuhause haben die Sängerinnen und Sänger ebenfalls eine MP3-Aufnahme ihrer Stimme erhalten. Erstmals zusammengesetzt werden alle „Mosaiksteine“, wie es der Popkantor ausdrückt, in der Generalprobe.

Aufgeführt wird das Pop- und Gospel-Oratorium „Jesaja – der lange Weg“ in die Freiheit am Freitag, 4. November, ab 19 Uhr in der St.-Georg-Kirche in Eiterfeld, am Samstag, 5. November, ab 19 Uhr in der Stadtkirche Melsungen sowie als Abschlusskonzert am Sonntag, 6. November, ab 15 Uhr in der Stadtkirche in Heringen.

Eintrittskarten kosten zwölf Euro im Vorverkauf sowie 15 Euro an der Abend-/Tageskasse.

Vorverkaufsstellen sind das evangelische Gemeindebüro und die Glückauf-Apotheke in Heringen, Sandras Spielzeugland in Obersuhl, das Schuhhaus Zentgraf in Eiterfeld-Arzell, die Sparkassen-Filiale sowie Gabis Hundetreff in Schenklengsfeld, der Weltladen in Bad Hersfeld sowie die Galerie am Markt und die Tourist-Info in Melsungen.

Weitere Informationen unter Telefon 06624/1549 oder per Email an gospel-heringen@web.de (Jan-Christoph Eisenberg)

Neue Strukturen für die Kirchenmusik

Zur Jesaja-Aufführung am 6. November soll Matthias Weber, der bislang im Dienst der Heringer Kirchengemeinde stand, offiziell in sein neues Amt als Popkantor der Landeskirche eingeführt werden. Aus Spargründen wird es in der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck bis spätestens 2026 nur noch Bezirkskantorate und Profilstellen geben, alle bisherigen Gemeindekantorate fallen weg. Die Kirchenkreise Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Schmalkalden bilden eine gemeinsame Kirchenmusikregion mit insgesamt acht Kantoraten – davon eins mit dem Profil Kinder in Ziegenhain und das mit dem Profil Popularmusik in Heringen. Das Jesaja-Oratorium ist für Matthias Weber das erste größere Projekt in seiner neuen Funktion. (jce)

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