Angeblich auch Strafanzeige gegen Daniel Iliev

Wirbel um erlassene Pacht: Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Heringer Bürgermeister

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Das Fritz-Kunze-Bad in Heringen. Die erlassenen Pacht für den Gastronomiebereich hat Bürgermeister und Büroleiter nun offenbar eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingebracht.

Heringen. Mit einer anonymen Dienstaufsichtsbeschwerde sehen sich Heringens Bürgermeister Daniel Iliev und Büroleiter Michael Ernst konfrontiert.

Der hohe Energiebedarf des Gastronomietrakts im Heringer Fritz-Kunze-Bades hat Bürgermeister Daniel Iliev und dem büroleitenden Beamten der Stadtverwaltung, Michael Ernst, eine anonyme Dienstaufsichtsbeschwerde eingebracht.

Um den Pächter trotz der hohen Energiekosten zu halten, hatte die Stadt auf Pachtzahlungen für zwölf Monate in Höhe von insgesamt 7140 Euro verzichtet und einen Teil der Strom- und Wärmekosten übernommen. Nachhaltige Wirkung hatte dieses Hilfsangebot offenbar nicht: Seit Ende Januar gehen Stadt und Pächter getrennte Wege.

Heringens Bürgermeister Daniel Iliev.

In der anonymen Beschwerde wird dem Bürgermeister und dem Büroleiter jetzt offenbar vorgeworfen, eigenmächtig und unrechtmäßig auf die Pacht verzichtet zu haben. Auf der Internet-Plattform Facebook hat der Rathauschef die Vorwürfe jetzt selbst öffentlich gemacht. Neben der Dienstaufsichtsbeschwerde berichtet er dort auch von einer anonymen Strafanzeige wegen Untreue. Der Pressesprecher des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Pelle Faust, bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung die anonyme Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister und Büroleiter. Im Rahmen der Zuständigkeit werde dieser derzeit nachgegangen. 

Eine Strafanzeige ist allerdings bislang nach Auskunft der jeweiligen Pressesprecher weder bei der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, noch bei der Staatsanwaltschaft Fulda oder beim Amtsgericht Bad Hersfeld aktenkundig.

Nachvollziehen kann der Bürgermeister die Vorwürfe nicht: Nicht er alleine, sondern der Magistrat als Kollegialorgan habe den Pachtverzicht beschlossen. „Ziel war, den ehemaligen Pächter nicht zu verlieren. Der Schaden für das Bad wäre sonst weitaus größer gewesen. Wenn es keine Möglichkeit gibt, in einem Schwimmbad Pommes und Cola zu kaufen, dann wirft das nicht unbedingt das beste Licht auf die gesamte Einrichtung“, erklärt der Rathauschef. Diese Position habe der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung noch einmal untermauert. „Wir waren und sind schockiert angesichts der Vorwürfe, aber speziell, was die Anonymität anbelangt. Ich finde, man sollte zumindest das Rückgrat besitzen und dazu stehen, wenn man versucht, anderer Nester zu beschmutzen“, kommentiert Iliev den Vorgang. (jce)

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