Litauer erbeutete 48.000 Euro

Fast sechs Jahre Haft für Raubüberfall in Heringen

Fulda/Heringen. Weil er im Juni 2013 einen Lidl-Markt in Heringen überfallen hatte, hat das Landgericht Fulda einen 26 Jahre alten Litauer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Angeklagte hatte knapp 48.000 Euro erbeutet und am Dienstag ein Geständnis abgelegt. Er und die Staatsanwaltschaft akzeptierten das Urteil, das nun rechtskräftig ist.

Der junge Mann hatte mit einem Komplizen, über dessen Identität er sich ausschwieg, den mittlerweile geschlossenen Lidl-Markt kurz vor Ladenschluss betreten. Der Litauer bedrohte die drei Verkäuferinnen in gebrochenem Englisch, leerte zunächst die Kassen und dann einen Tresor in den Büroräumen. Das Tresorfach mit den Geldscheinen konnten die Verkäuferinnen jedoch nicht öffnen. Deshalb holten die beiden Täter ein Brecheisen und einen Vorschlaghammer und knackten das Geldfach. Danach fesselten sie die Angestellten mit Klebeband und flohen.

Auf dem Klebeband und der am Tatort zurückgelassenen Waffenattrappe hinterließ der Angeklagte jedoch DNA-Spuren, die der Polizei klar machten, wer der Täter war. Bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn nahm die Polizei den Angeklagten fest.

Als einer der Bad Hersfelder Kripobeamten den Festgenommenen im Gefängnis besuchte, lobte dieser die gute Ermittlungsarbeit der Beamten. „It’s me, it’s me!“, rief der Litauer aus, als die Polizei ihn mit seinem Phantombild konfrontierte.

Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald hatte acht Jahre Haft gefordert und das auch damit begründet, dass die betroffenen drei Lidl-Mitarbeiterinnen bis heute schwer unter der Tat litten. „Seine Stimme verfolgt mich bis heute“ sagte eine Verkäuferin. Verteidiger Claus-Jürgen Stichler hatte um ein mildes Urteil gebeten und das samit begründet, dass die Verkäuferinnen objektiv nie in Gefahr gewesen seien. Die Waffe war eine Attrappe.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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