"Ein Zug ersetzt 40 Lastwagen"

Gewerkschaft GDL begrüßt Reaktivierung von Bahnstrecken im Werratal

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Tonnenweise Fracht am Haken: Ein Kalizug passiert auf der Fahrt von Heringen nach Gerstungen den ehemaligen Bahnhof Dankmarshausen. Die GDL-Ortsgruppe Bebra begrüßt Überlegungen, diese Strecke wieder für den Personenverkehr zu nutzen und durch den Lückenschluss zwischen Philippsthal und Vacha wieder durchgängig bis Bad Salzungen befahrbar zu machen.

Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begrüßt die Bemühungen zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken im Ostteil des Kreises Hersfeld-Rotenburg.

„Sei es die Idee des Heringer Bürgermeisters Iliev, wieder Personenzüge im Werratal von Gerstungen über Heringen nach Bad Salzungen fahren zu lassen, die Pläne, die alte Kreisbahn zwischen Heimboldshausen und Schenklengsfeld wieder befahrbar zu machen oder der Vorschlag der Allianz Pro Schiene und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, das stillgelegte Stück zwischen Philippsthal und Vacha wieder aufzubauen: Sie alle haben das Ziel, den Kreis wieder besser an das Schienennetz anzubinden. Dies sorgt langfristig für schnelle und gute Verbindungen für Menschen und Waren, schafft Arbeitsplätze, sorgt somit für Leben in Dörfern und Städten und entlastet die Umwelt“, erklärt Patrick Rehn, Mitglied des Bebraer Ortsgruppenvorstandes in einer Pressemitteilung.

Auch für den Güterverkehr spielten die genannten Vorhaben eine wichtige Rolle, wie Rehn an einem Beispiel verdeutlicht: „Ein Güterzug ist in der Lage, mehrere hundert bis einige tausend Tonnen Fracht zu befördern. Wenn ein solcher Zug beispielsweise 1000 Tonnen befördert, ersetzt er 40 Lastwagen, welche sich ansonsten durch die teilweise schmalen Ortsdurchfahren quälen und zur Belastung für Anwohner, Straßen und Gebäude werden. Nicht verschweigen darf man in diesem Zusammenhang, dass die Lastwagen aber auch erst irgendwie zu ihrer Ladestelle kommen müssen, sodass der Vorteil für den Zug noch größer wird.“

Es gibt auch Konfliktpunkte

Die Gewerkschafter aus Bebra sehen allerdings auch mögliche Konfliktpunkte: „Die Ideen und Planungen sollten miteinander abgestimmt werden, um Schritt für Schritt die einzelnen Projekte zu planen und bestmöglich miteinander zu kombinieren. Denn um beispielsweise zusätzliche Züge aus dem Kali-Revier auf die Schiene zu bringen, müsse auch bestehende Infrastruktur ertüchtigt und erweitert werden und doppelte Strukturen – die dann nur teilweise genutzt werden – müssten verhindert werden. Patrick Rehn sieht den Landkreis aufgrund seiner geografisch günstigen Lage zudem in einer guten Position für weitere Entwicklungen: So führen in Bebra nicht nur viele Güterzüge durch, sondern ein Großteil von ihnen halte dort auch für einen Lokführer-Wechsel. Das biete die Option, Waggons aus der Region an Züge in alle Himmelsrichtungen anzukuppeln, sodass Waren und Produkte sicher, schnell und umweltschonend ihr Ziel erreichten.

Der 36-Jährige abschließend: „Unsere Region ist für ihre wichtigen und viel befahrenen Autobahnen in ganz Deutschland und Europa bekannt. Wenn es die Politiker in Wiesbaden, Berlin und Brüssel ernst meinen, dann werden auch die Eisenbahnstrecken wieder eine wichtige Rolle spielen – und unsere Straßen etwas leerer.“

Quelle: Hersfelder Zeitung

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